Aktuelles, Gedanken-Mix

Sommerpause

Liebe Leser und Interessierte,

ursprünglich wollte ich keine Sommerpause einlegen, aber es ist soweit, ich komme nicht drumrum. Derzeit sitze ich an dem Feinschliff zu meinem Roman Hurt No One, der im Oktober erscheint. So sehr mir das Bloggen Spaß macht und ich den Austausch mit euch genieße, muss ich zumindest bis Mitte August mit dem Schreiben von Beiträgen pausieren. Warum? Ich schaffe sonst meine eigene Deadline zur Veröffentlichung nicht. Die Überarbeitung frisst wahnsinnig viel Zeit und kostet mich mehr Nerven als erwartet. Gerade heute saß ich wieder einmal von sechs Uhr dreißig (kein Witz) bis gerade eben (gut Pausen hab ich natürlich gemacht) an meinem Projekt und habe dennoch nicht mein Soll geschafft.

Womöglich werden sich nun einige von euch fragen, weshalb ich mir so einen Stress mache. Ich könnte ja auch gut und gerne die Veröffentlichung auf nächstes Jahr verschieben. Aber ganz so einfach ist das leider nicht, denn ich werde im November auf der Buchberlin vertreten sein und möchte euch dort mein neues Büchlein vorstellen. Außerdem, es muss ja mal fertig werden, oder? Seit letztem Jahr Juli (zu der Zeit entstand die Idee) sitze ich nun an diesem einen Roman und, seien wir mal ehrlich, ich könnte auch noch weitere zehn Jahre daran basteln, weil in Szene X das und das nicht stimmt oder in Szene Z der und der Protagonist zu viele Details verrät. Leider oder vielleicht ist es gut so, ist das Buch auch länger geworden als geplant, was meinen Zeitplan etwas durcheinander würfelt. Es gibt einfach sehr viele Figuren, viele ineinander verwobene Details und eine fremde Welt, die erklärt werden muss. Das ist, ich geb’s zu, eine gewaltige Herausforderung, die ich ein bisschen unterschätzt habe. Doch wie wir ja alle wissen, springt man über Hürden hinweg oder, wie es die Antagonistin aus meinem Projekt formulieren würde: „Über eine Hürde springt man nicht, sie wird ganz einfach so umfunktioniert, dass sie einen neuen, besseren Weg ermöglicht.“ Und wie war das? Sagte nicht schon Stephen King, man dürfe nicht einfach eine Idee aufgeben, nur weil sie einem zu schwer vorkommt. In dem Sinne kremple ich die Ärmel hoch und haue in die Tasten.

Ich verspreche euch jedoch, dass ich im August wieder für euch da sein werde! Bis dahin hört ihr von mir auf Facebook.

Am Ende nun noch ein kleines Statusupdate zu Hurt No One:

  • Wie viele Kapitel sind bereits geschrieben? 12 von 12.
  • Wie weit ist die erste Runde der Überarbeitung? Bin bei Kapitel 11 von 12.
  • Wie weit ist die zweite Runde der Überarbeitung? Bin bei Kapitel 7 von 12.
  • Wie weit ist die Korrektur auf ausgedrucktem Papier? Bin bei Kapitel 5 von 12.
  • Haben schon die ersten Testleser angefangen zu lesen? Ja. 😀
  • Gibt es schon ein Cover? Nein. 😦
  • Hat sich die Titelfrage geklärt und bleibt es bei Hurt No One? So gut wie und nein, es bleibt nicht bei Hurt No One.
  • Gibt es einen Klappentext? Ist in Arbeit.

Und nun wünsche ich euch einen wundervollen Restsonntag.

+Mika+

 

Aktuelles, Gedanken-Mix

Maiwetter und Neuigkeiten

Ich liege auf weichem Gras in der Sonne und tippe diesen Beitrag. Der Wind streicht über meine Haut, der Duft von Blumen steigt mir in die Nase. Angenehmer kann es kaum sein. Ich hoffe, euer Start in den Mai ist ähnlich idyllisch. Den Monatsanfang nutze ich heute, um euch über ein paar Entwicklungen in meinem Schaffen als Mystery Autorin auf dem Laufenden zu halten.


Buchberlin: Ich bin dabei

Das wohl größte Ereignis in diesem Jahr ist für mich die Buchberlin. Mit meiner Autorenkollegin Sabine Schulter werde ich dort einen kleinen Stand haben. Es ist für mich die erste Messe, die ich als Autorin selbst organisiere. Aus diesem Grund hatte ich einige Zweifel. Schaffe ich es bis zur Messe, mein neues Buch zu veröffentlichen? Kriegen wir die Standplanung vernünftig über die Bühnen? Wird überhaupt jemand da sein? Inzwischen freue ich mich einfach nur darauf, mit den Besuchern zwei erlebnisreiche Tage zu haben, die vor allen anderen Dingen Spaß machen sollten. Wir rocken das Haus alle gemeinsam (ja, auch ohne Musik). Die Buchberlin findet vom 19. bis 20. November statt. Mehr Infos gibt es zu gegebener Zeit natürlich hier auf dem Blog.

Buchberlin
Die Buchberlin 2014.

Reise, Reise …

Ich bin jemand, der nicht still stehen kann. Wirklich nicht. Ich liebe es, durch die Welt zu reisen, am liebsten mit der Bahn. In der letzten Woche war ich bei meiner Freundin Stella Delaney in der Schweiz. Wir haben Zürich angeschaut, sind durch Winterthur gelaufen und hatten trotz mäßigem Wetter (sehr kalt) ein paar wundervolle Tage. Einige Eindrücke von meiner Reise habe ich für euch zusammengestellt.

 


Taschenbuch Sieben Raben: Schönheitsfehler eliminiert

Mika Krüger - Sieben RabenBeitragsbildAdventskalender

Dem ein oder anderen dürfte aufgefallen sein, dass ich nicht viel Werbung für mein Buch ‚Sieben Raben‘ mache. Das hat mehrere Gründe. Erstens will ich euch wirklich nicht mit ‚kauft dies und das‘ Posts überhäufen, die gibt es nämlich schon genug, und zweitens gab es noch einige Schwierigkeiten beim Druck. Letzteres wurde nun behoben. Ich habe das Buch erneut gelesen, einige Schönheitsfehler beseitigt und die aktuelle Version online gestellt. Sie enthält nun noch eine kleine Kurzgeschichte am Ende. Bald wird es deshalb auch eine Leserunde auf Lovelybooks geben. Und, ich freue mich natürlich riesig, wenn der ein oder andere, der mein Büchlein liest oder gelesen hat, eine Rezension schreibt. Unabhängig davon, ob sie gut oder schlecht ausfällt.


Lesung 2016?

Ich plane außerdem Ende 2016 meine erste Lesung abzuhalten. Wo und wie ist noch unklar, aber es wird vermutlich in recht kleiner Runde sein. Warum erst Ende dieses Jahres? Weil ich natürlich aus meinem neuen Romanprojekt Hurt No One vorlesen möchte und die Veröffentlichung noch bis etwa Oktober dauert. Ein bisschen habe ich dafür sogar schon trainiert. Was bedeutet, ich habe meine Stimme mit Handy aufgenommen und mir das Ergebnis angehört. Ihr glaubt gar nicht, wie sehr ich dabei lachen musste. Zwei meiner Protagonisten sind männlich und Soldaten, die dank mir ziemlich feminin klingen. Stimme verstellen bringt da gar nichts. Schade, dass ich mir keine neue Stimme kaufen kann. Bleibt nur eins, in Zukunft Liebesromane schreiben … oder?


Zwei Kurzgeschichten – Krimi und Horror

Ihr erinnert euch vielleicht daran, dass ich im letzten Jahr einige Kurzgeschichten veröffentlicht habe. Obwohl ich stets an meinen Romanprojekt arbeite, brauche ich ab und an Abwechslung, sodass ich mich entschieden habe, auch dieses Jahr wieder in zwei Kurzgeschichtensammlungen dabei zu sein. Eine zum Thema ‚besessen‘ und eine andere, die vorrangig für Leser entsteht, die gern Krimis lesen. Bisher habe ich nur ein oder zwei vage Ideen, die ich in den nächsten Tagen ausarbeiten werde.

Das war dann alles von meiner Seite.

Ich wünsche euch was, genießt den Restsonntag.

+Mika+


Das Bild zur Buchberlin ist der webseite www.buchmesse-berlin.com entnommen.

Beitragsbild: Shadowfirer

Gedanken-Mix

Serve the good: Zeichnen inspiriert

Zeichnen ist etwas, das mich seit Jahren begleitet. Vor einigen Jahren konnte ich stunden- und tagelang den Stift nicht aus der Hand legen. Gezeichnet habe ich vor allem Menschen im Mangastil. Heute habe ich kaum noch Geduld, eine Zeichnung überhaupt fertigzustellen. Meist bleibe ich bei einfachen Skizze, die ihr vereinzelt auch in den Beiträgen hier auf dem Blog sehen könnt. Vielleicht fragt ihr euch jetzt, was dieses Thema auf einem Schreibblog zu suchen hat. Ganz einfach: Derzeit stecke ich in einem Kreatief. Egal was ich tippe und wie lange ich es verändere, es gefällt mir nicht. Zeichnen sollte meinen Geist lockern.

Ursprünglich wollte ich deshalb etwas aus meinem Projekt auf Papier bringen. Das hätte mir vielleicht einen neuen Blickwinkel beschert, doch im Grunde gelingt mir das nur an richtig guten Tagen. Dann kam die Rettung. Meine Freundin Stella Delaney schrieb gerade an einer Kurzgeschichte für eine Anthologie. Ihr Protagonist hat eine Abneigung gegen weiße Flächen und das kam mir bekannt vor. Ich vor einem weißen Blatt Papier, auf das eigentlich Worte gehören. Ich hatte sofort ein Bild im Kopf, das mich nicht wieder losließ. Ihr kennt das sicher. So als ob man einen guten Film gesehen hat, den man einfach nicht vergessen kann. Oder wenn man einen Gedanken hat, der einen mehrere Tage verfolgt. Jedenfalls setzte ich mich hin und machte eine winzige Skizze:

Skizze
Aus der Leinwand sollte so etwas wie eine schwarze Wolke wachsen.

Obwohl ich nur fünf Minuten brauchte wurde mir schmerzlich bewusst, dass ich weder eine Ahnung hatte, wie eine Leinwand aussieht, noch wie die Proportionen des Menschen richtig waren. Meine Frustration steigerte isch ins Unermessliche und ich war kurz davor alles abzubrechen. Zum Glück hatte ich gute Unterstützung und rappelte mich auf. Ich entschied, meinem Mitbewohner abzuzeichnen und ein gutes Foto von einer Leinwand  als Vorlage zu nutzen. Und siehe da, es funktionierte. Bis halb zwei in der Nacht saß ich da, meinen Bleistift in der Hand und zeichnete, was das Zeug hält. Hier das Ergebnis:

AlanFürStella
Ich zeichne meist nur mit Bleistift und ergänze einige wenige Akzente.

Eigentlich hätte ich an der Stelle zufrieden sein können, aber wie es so ist, gefiel mir der Scan überhaupt nicht. Am PC sehen Bleistiftzeichnungen immer so blass aus. Ich wollte also mehr Kontrast und tiefe Schatten, weshalb ich mich meiner Photoshopkenntnisse und eines Grafiktabletts bediente. Im Grunde zog ich dabei nur die Linien dunkel nach, fügte Schatten ein und ergänzte etwas Rot.

AlanFürStella2600px

Was das Bild bedeutet ist gar nicht so leicht zusammenzufassen. Beim Zeichnen selbst, mache ich mir natürlich immer irgendwelche Gedanken, die ich dann aber in Sekunden verwerfe. Ich habe mir Stellas Figur ausgeborgt und sie im Grunde in einen neuen Kontext gesetzt.  Ich stelle mir vor, wie Alan einen Brief bekommt, in dem er aufgefordert wird, ins Militär einzutreten (der echte Alan ist Soldat, soweit mir das richtig im Kopf geblieben ist). In dem Moment als er das Schreiben öffnet und begreift, worum es geht, taucht vor ihm diese Leinwand auf und ein Schatten legt sich über ihn. Einerseits will er den Unschuldigen und Guten dienen, andererseits weiß er, dass Soldaten oft unmenschlich handeln müssen. Die angedeutete Zeichnung auf der Leinwand ist eine also Illusion, die sich in einer Explosion löst. Pow, und dann kommt die Dunkelheit.

Lasst es euch gut gehen.
+Mika+


Ich bitte darum, die Bilder nicht ungefragt zu verwenden. Ihr könnt sie gern teilen und weiterverbreiten, aber gebt bitte stets diese Seite und meinen Namen als Quelle an. Ich danke euch!

Schreibarbeit

Was fasziniert uns an fiktiven Welten?

Ob in George Orwells 1984, Tolkiens Herr der Ringe oder auch Neil Gaimans Niemalsland, überall werden künstliche Welten erschaffen, mit denen wir uns mehr oder weniger identifizieren können. Manche dieser fiktiven Universen sind so plastisch, dass wir uns wünschen, ein Teil davon zu sein. Doch was genau finden wir daran eigentlich so interessant? Mein heutiger Beitrag richtet sich an alle, die wie ich gern aus der Realität flüchten.


Der erste Schritt: Wir akzeptieren die Eigenarten der fiktiven Welt

Als der Herr der Ringe zum ersten Mal im Kino lief, hatte ich ein Gespräch mit einer Klassenkameradin. Während ich hin und weg von der Geschichte war, sagte sie nur trocken: „Ein Ring kann doch nicht sprechen. Das ist ja total bescheuert.“ Damals war ich schockiert, wie sie eine Fantasywelt mit unserer vergleichen kann, heute weiß ich, sie konnte sich nicht auf die Illusion einlassen. Für sie existierte nur das, was sie auch wirklich anfassen, sehen, riechen oder schmecken konnte. Ihre Aussage trifft im Grunde den Kern der Problematik „fiktive Welten“, denn diese funktionieren für uns nur, wenn wir deren Andersartigkeit anerkennen. Für Leser oder Leserinnen kann ein Fantasy- oder Science-Fiction-Roman demnach nur dann interessant sein, wenn er oder sie akzeptiert, dass es sich um eine Welt handelt, die unserer zwar ähnelt, aber eigene Regeln hat. Diese Regeln sind dabei nicht mit den Maßstäben unserer Wirklichkeit zu erklären, folgen aber einer Logik, die eigens für das Universums geschaffen worden sind. Autoren sind Architekten, die aus dem Nichts ein Haus bauen, in dem wir uns sofort wohlfühlen sollen. Dieses Haus ist jedoch kein Reihenhaus, sondern ein sehr merkwürdig anmutendes Haus mit schiefen Wänden und Dächern aus Papier. Es wirkt auf den ersten Blick befremdlich, aber wer sich auf eine Erkundung darin einlässt, wird Dinge entdecken, die er zuvor nie gesehen hat.

Wir müssen uns also auf die andere Welt und deren Regeln einlassen, ansonsten fällt der Bau in sich zusammen wie ein Kartenhaus. Ein wichtiges Element für den Erfolg dieses Unterfangens ist meiner Ansicht nach die Präsentation des Buches. Ich habe es schon viel zu oft erlebt, dass ich durch den Klappentext, das Cover oder eine irreführende Kategorie zu dem falschen Buch gegriffen habe und vom Inhalt enttäuscht worden bin. Nicht weil das Buch schlecht war, sondern weil es meine Erwartungen nicht erfüllt hat. Marketingstrategisch kann es vielleicht gut sein, durch einen allgemeinen Klappentext eine breitere Masse an Personen anzusprechen, so ein Vorgehen kann aber auch den gegensätzlichen Effekt haben. Ein Beispiel: Ein High-Fantasy Buch landet im Bereich Romance, da es auch um eine Liebesbeziehung geht. Im Klappentext wird zwar die fremde Welt erwähnt, jedoch vorrangig betont, es handele sich um eine atemberaubende Liebesgeschichte. Wir fangen an zu lesen und schon auf den ersten Seiten schlägt uns eine ausgeklügelte Fantasywelt mit zahlreichen Wesen entgegen, die wir nicht einordnen können. Kein Wunder, wenn wir verärgert sind. So ein Buch haben wir bei der Beschreibung auch nicht erwartet. Eventuell ärgern wir uns so sehr, dass wir eine bösartige Rezension verfassen. Zusammengefasst: Wir müssen wissen, auf was wir uns einlassen, damit wir der Welt darin eine Chance können.


Zweiter Schritt: Fuck you Realität

Wer von euch hat schon mal geträumt, dass er unsterblich ist, fliegen kann, zaubert oder unmenschliche Kräfte hat? So gut wie alle, nehme ich an. So manches Traumerlebnis ist sogar so toll, dass wir nach dem Aufwachen enttäuscht sind, doch wieder im ‚real life‘ festzustecken. Dieses Leben, wo es nicht mal möglich ist, ohne Anstrengung gute Noten zu schreiben oder bewundert zu werden, weil man toll aussieht, grandios zeichnet und super schnell läuft. Sprechen wir die Wahrheit einfach aus: Das Leben kann manchmal ziemlich frustrierend sein. Es ist also kein Wunder, dass wir der Realität den Stinkefinger zeigen und in eine andere Welt flüchten, die alles möglich macht, was wir uns erträumen. Fiktive Universen sind für uns also deshalb besonders interessant, weil sie unsere Fantasie anregen und Antworten auf das: Was wäre wenn … geben. Unmögliches wird möglich und wir sind mittendrin. In Fantasy geht es dabei meist um magische Phänomene, ungewöhnliche Wesen oder außergewöhnliche Kräfte. Science-Fiction bedient sich logischerweise an der Technik und wirkt auf den ersten Blick ‚realer‘. Allerdings werden dort technologische Errungenschaften möglich, die so manchen Ingenieur inspirieren oder Staatssysteme heraufbeschworen, die uns das Blut in den Adern gefrieren lassen.


Dritter Schritt: Entdeckungstour im Kopf

Vor Kurzem bin ich in einem Forum auf eine Diskussion über fiktive Welten gestoßen. Dort wurde unter anderem gesagt, dass diese deshalb so spannend sind, weil man sie erkunden könne. Im 15Jh. gingen Menschen auf Entdeckungsreisen und machten sich auf den gefährlichen Weg, unbekannte Länder zu finden. Heute sind so gut wie alle Gebiete auf der Welt entdeckt und mit dem Flugzeug leicht erreichbar. Die einzigen Unbekannten sind die Tiefsee und das Universum. Damit wir trotzdem wie Christopher Kolumbus auf unbekannten Gewässern segeln können, nehmen wir ein Buch zur Hand, stellen eine Kaffeetasse auf den Tisch und reisen durch eine uns völlig unbekannte Welt. Das ist wesentlich ungefährlicher als über den Ozean zu schippern und noch dazu kostengünstiger. Eine fiktive Welt im Buch muss damit so detailliert sein, dass wir daran interessiert sind, ihre Geheimnisse zu erforschen.


Nur was genau macht diese alternative Realität so plastisch, dass wir uns darin verlieren? Auf diese Frage gibt es, wie bei vielen komplexen Themen, keine einfache Antwort. Ein paar Dinge, die ich für wichtig halte, habe ich hier für euch formuliert.

  1. Liebe zum Detail: Je ausgefeilter die Welt ist, umso mehr können wir sie uns vorstellen. Dazu zählen neben Örtlichkeiten und Personen auch Namen, Geografie, Klima und vieles mehr. Es nutzt alles nichts, wenn in einem Sci-Fi Roman von ‚der Organisation‘ gesprochen wird oder von ‚der Regierung‘. Das kann zwar Spannung bringen, weil man wissen will, was sich hinter diesen Begriffen verbirgt, wenn jedoch der Autor selbst nicht weiß, worum es sich handelt, können wir uns nicht damit identifizieren.
  2. Unterschiede müssen sein. Faszinierend wird eine Welt immer dann, wenn sie sich von unserer eigenen unterscheidet. Fliegende Autos, Zeitsprünge, Magie, wenn Dinge passieren, die auf den ersten Blick unerklärlich sind, horchen wir auf. Wie kann das sein? Wieso funktioniert das? Auf die wichtigsten Fragen sollte es in einem Buch auch Antworten geben, aber nicht alles muss erklärt werden. Manche Dinge sind einfach so wie sie sind.
  3. Entdeckungstour: Eines der einfachsten Mittel, damit wir die Welt erkunden können, ist es, einen Protagonisten zu wählen, der die unbekannte Welt selbst neu erkundet. Harry Potter oder Alice im Wunderland sind nur zwei Beispiele, wo das gut funktioniert hat.

Wie das mit dem Weltenbau genau gemacht wird, könnt ihr entweder auf Tintenspuren oder aber unter Weltenbau-Wissen nachlesen. Und wenn ihr jetzt noch Energie habt und anzweifelt, dass ich das mit dem fiktiven Universum ordentlich mache, schaut einfach mal unter Hurt No One nach. Mein neuestes Schreibprojekt braucht eine künstliche Insel mit eigenem Staatsystem, Regeln und Gesetzen.

Ich verabschiede mich von euch und wünsche euch einen angenehmen Sonntag.

Bis nächste Woche

+Mika+


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Beitragsbild Bulb Fiction von Damn_unique Flickr.com

Silver Coin 203

Figuren: Neel Talwar

Romane leben von ihren Figuren. Sie sind das Herzstück der Geschichte und formen die Handlung. In diesem Beitrag stelle ich euch eine der Erzählfiguren aus Silver Coin 203 vor: Neel Talwar.


Neels Rolle in Silver Coin 203

„Es zählt nicht nur das Ergebnis einer Tat, sondern auch, warum wir so gehandelt haben.“

Neel ist ein Familienmensch. Seine zwei Geschwister Nikki und Mischa und seine Mutter bedeuten ihm alles. Für sie geht er wortwörtlich durch die Hölle, denn er ist davon überzeugt, dass er als Erstgeborener Sohn die Pflicht hat, sie alle zu beschützen. Neel blickt auf eine liebevolle Kindheit mit Eltern zurück, die ihn immer unterstützt und an ihn geglaubt haben. Umso schwerer ist es für ihn, dass er im Jahr 2075, als die Geschichte von Totenläufer beginnt, keinen Kontakt mehr mit der Familie hat und als Einsiedler lebt. Immer wieder versucht er, seine Familienmitglieder zu erreichen, doch seine Mutter verweigert die Gespräche und besteht auf Distanz.

Im Grunde ist Neel ein Einwanderer, denn er ist als Kind zusammen mit seinen Eltern Raveena Talwar und Angus Talwar nach Red-Mon-Stadt geflüchtet. Die Familie wollte auf der Insel ein sicheres Leben in Frieden führen, was zuerst gut funktioniert, ihnen dann jedoch entrissen wird. An diesem Schicksal hat Amanda Whitman, die Antagonistin von Silver Coin 203, einen großen Anteil.

Der Soldat

Neel ist Soldat der SDF. Er kämpft jedoch nicht in Kriegen, sondern verteidigt die Insel von innen heraus. Dafür löscht er im Auftrag der Verwaltung Red-Mon-Stadts unangenehme Störfaktoren aus. In brutalen Einsätzen wird er gezwungen, Dinge zu tun, die er mit seinem Gewissen nicht vereinbaren kann. Er ist hin- und her gerissen zwischen Schuld, Pflicht und seinen Idealen, weshalb er kaum schläft, Alpträume hat und sich jeden Tag aufs Neue fragen muss, was er eigentlich tut.

Geschichten

Neel wird als SDF-Soldat streng überwacht. Es gibt kaum einen Ort, an dem er unbeobachtet ist. Deshalb hat er eine Strategie entwickelt, die ihm hilft, aus dem Alltag zu flüchten. Er geht in eine Bar namens „Hintertüren“ trinkt dort immer zwei Tequila, um nicht allzu betrunken zu werden, und kommt mit den Leuten ins Gespräch. Besonders angezogen wird er von Menschen, die ihm traurige Geschichten vom Festland oder von Verlusten erzählen.

Kaminuhr_Neel
Neel liebt alte Sachen, denn sowohl sein Vater als auch seine Mutter haben einen Faible dafür. Eine solche alte Uhr steht in der Wohnung seiner Familie und er selbst trägt immer eine alte Silbermünze bei sich.

Neels Makel

Zu Neels schlechten Eigenschaften zählt seine Art, indirekt auf Fragen zu antworten. Er kann sich nur schwer festlegen und geht ungern konkret auf Fragen ein, außer jemand kitzelt seine Antwort zum Beispiel in einem Streit heraus. Es ist für seine Umfeld daher oft schwer, herauszufinden, was er wirklich denkt oder meint. Zumal er kein großes Taktgefühl hat und gerade, wenn er bedrängt wird, verletzend reagiert. Das manövriert ihn mehrfach in unangenehme Situationen und bringt ihm einen unwiederbringlich schlechten Ruf ein. Außerdem gibt er in Notsituationen gern den Ton an und vergisst die Menschen um sich herum.


Bilderquellen: Giampaolo Macorig von flickr.com // Kaminuhr