Totenläufer

Totenläufer ist Band I der Reihe Silver Coin 203. Es ist eine bedrückende Dystopie, in deren Zentrum nicht nur eine Protagonistin oder ein Protagonist steht, sondern sich vielmehr verschiedene Schicksale miteinander verweben. Wie bei einem Netz fügen sich die Wege der Figuren aneinander und bilden ein Muster, das sich um eine Frage schließt: Ist Sicherheit wirklich wichtiger als Freiheit?


Klappentext

„Was würdest du tun, wenn dir nur die Wahl zwischen zwei Optionen bleibt: 1) Die Menschen retten, die dir alles bedeuten, aber dich selbst verlieren. 2) Dir selbst treu bleiben, aber alle verlieren, die dir wichtig sind. Wie würdest du dich entscheiden?“

Rina gehört zu jenen in Red-Mon-Stadt, die keinen Wert haben. Sie gilt als nutzlos, wird verfolgt und lebt in ständiger Angst um sich und die Menschen, die sie liebt. Als sie dann in die Mündung einer Waffe blickt, glaubt sie, den Kampf ums Überleben verloren zu haben. Doch der Soldat mit dem Schießbefehl lässt sie laufen, zeigt ihr sogar den Weg zu den Rebellen. Nur wieso hat er seinen Befehl missachtet? Wieso hat er sich gegen die gewandt, die ihm Sicherheit garantieren? Diese Fragen rotieren in Rinas Kopf, bis sie herausfindet, wer sich wirklich hinter der Uniform verbirgt.


Die Figuren

 

Rina Morita ist in ihrem Inneren tief gespalten. Sie ist gezwungenermaßen Einzelgängerin und im ständigen Kampf mit sich und ihren Ängsten. Als Lorca geboren wird sie in Red-Mon-Stadt verfolgt und flüchtet lieber als sich direkter Konfrontation zu stellen. Trotzdem katapultiert sie sich immer wieder in gefährliche Situationen, aus denen sie sich nur mit viel Geschick harausmanövrieren kann.

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Neel Talwar ist Leutnant der Spezialeinheit SDF. Ihm untersteht ein Trupp von sechs Soldaten mit dem Namen „Einheit 203“. In den Einsätzen agiert er effektiv, gradlinig und automatisiert. Er ist die perfekte Tötungsmaschine, bis er Rina aus einem Impuls heraus laufen lässt. Oder ist sein Verhalten womöglich doch geplant und ein Trick, um die Rebellen auszuspionieren?

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Tom Lichterfeld gehört zur Rebellengruppe REKA. Er kann sich in jedwede Person hineindenken und fungiert daher als Spitzel in der SDF. Sein Ziel ist es, den so genannten Totenläufer ausfindig zu machen und in eine Fall zu locken. Er selbst bezeichnet sich als Person ohne Konstanten, was nicht wirklich korrekt ist, denn sein bester Freund Jay McCullum ist seit Jahren an seiner Seite.

Amanda Whitman hat als Neel Talwars Vorgesetzte einen starken Einfluss auf sein Vorgehen in den Einsätzen. Sie ist eine kaltherzige Frau, die es liebt, Menschen zu manipulieren. Offensichtlich verfolgt sie einen größeren Plan, der sich je nach Stimmung zu ändern scheint. Neel Talwar ist dabei ihr Bauer, der geopfert wird. Was sie vorhat und welche Macht sie in Red-Mon-Stadt tatsächlich besitzt, ist bisweilen unklar.

Jay McCullum gehört wie Tom der Rebellengruppe REKA an. Dort gilt er als das Arschloch vom Dienst, verhält sich stets abgehoben und meint, in jeder Situation den Durchblick zu haben. Was zum Leidwesen aller anderen leider auch stimmt. Der einzige Mensch, der ihm wirklich etwas bedeutet, ist Tom und dieser geht nur zu gern einen Weg, der Jay nicht in den Kram passt.


 

Das Setting: Red-Mon-Stadt

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Konzeptentwurf Red-Mon-Stadt Stand Dezember 2015

Red-Mon-Stadt ist der Name einer künstlich im Meer erbauten Stadt. Sie wurde von einer Gruppe von Wissenschaftlern konzipiert, um unabhängig existieren zu können. Da das Festland durch Krieg, Terror und Krankheit zu einem unsicheren Ort geworden ist, ist die Verwaltung bestrebt, Sicherheit zu gewährleisten. Von zentraler Bedeutung ist dabei die Idee des Nutzens einer Person, denn nur, wenn die Bewohner der Stadt einen Zweck haben, kann die Kriminalität gesenkt und die Zufriedenheit gewährleistet werden. So die Theorie. Jeder Bürger hat deshalb einen auf seine Fähigkeiten angepassten Nutzen zu erfüllen. Eine Person ohne Nutzen (PON) ist in Red-Mon-Stadt demnach nicht erwünscht und wird ausgewiesen/eliminiert.

In den Jahren nach der Gründung gab es eine starke Einwanderungswelle, weshalb Wohnungsmangel zu einem akuten Problem wurde. Die Verwaltung versucht dies zu vertuschen und dünnt die Bevölkerung mit einem Trick aus. Sie behauptet, eine bestimmte Bevölkerungsgruppe (Lorca) sei mit einer gefährlichen Krankheit infiziert und müsse der Stadt verwiesen werden. Bei diesem Vorgehen bleibt es jedoch nicht. Schnell finden geheime Hinrichtungen statt und die Minderheit wird schonungslos verfolgt.

In diesem unmenschlichen Umfeld spielt mein Roman. Neben den Bürgern gibt es drei Hauptakteure: die Stadtverwaltung mit ihren Anhängern, eine Rebellengruppe namens REKA, die für Menschlichkeit einsteht, und die Minderheitengruppe Lorca. Jede Gruppe hat ihre eigenen Ziele, die nicht schwarz oder weiß sind, sondern grau.


Der falsche Held

Menschen brauchen etwas, woran sie glauben können. Für gewöhnlich übernehmen Religionen diese Rolle. Red-Mon-Stadt wurde jedoch von Wissenschaftlern erbaut, die davon überzeugt waren, dass fanatische Religionszugehörigkeit eine Quelle von Gefahr ist. Aus diesem Grund muss jeder Bürger seine Religion ablegen. Damit es trotzdem einen gemeinsamen Gedanken in der Bevölkerung gibt, wurde die Figur des Totenläufers ins Leben gerufen. Er ist das Sinnbild von Sicherheit. Obwohl seine echte Identität nie öffentlich bekannt gegeben wird, ist er in der Stadt überall präsent. In Werbeclips, Zeitungen, als Spielzeug, Aufklebern und allem, was der Verwaltung einfällt. Seine Aufopferung für die Stadt dient als Vorzeigebeispiel des idealen, loyalen und perfekten Menschen. Er ist einerseits die Stimme der Bürger und andererseits die Stimme der Stadtverwaltung. Jeder weiß, dass er mordet, um die Stadt sauber zu halten, trotzdem wird er wie ein Held gefeiert.


Wann erscheinen Band II und Band III?

Es ist kompliziert. Wer mich persönlich kennt, weiß, ich bin eine ehrliche Person. Am liebsten würde ich sagen: Sie erscheinen morgen. Aber das ist falsch. Silver Coin 203 bedeutet mir alles – und das ist nicht übertrieben. Ich liebe die Figuren, ich liebe die Stadt, ich liebe die Idee. Das Projekt fühlt sich an wie mein Kind, aber es ist eben auch eine dunkle Geschichte. Ich habe sie begonnen, als es mir gesundheitlich blendend ging. Mir standen alle Tore zur Welt offen und ich konnte meine Geschichte schreiben, in dem Glauben, etwas ändern zu können. Den Menschen zu zeigen, dass es bitte, bitte, bitte, nie so endet. Aufgrund der erstarkenden Rechten in Deutschland, zunehmender Panikmache und Spaltung der Gesellschaft, fällt es mir schwer, ein derart dunkles Negativszenario zu schreiben. Hinzu kamen private Veränderungen (Umzug, Verlust von Verwandten, Pech mit dem Arbeitgeber), die mich um Meilen zurückgeworfen haben. Ich will nicht jammern, doch das alles führt dazu, dass Silver Coin 203 Band II und III noch Zeit brauchen. Bevor sie erscheinen wird es einen Mystery Einzelband geben. Ich verspreche euch, Band II wird kommen und er wird gut werden. Er wird mir alles abfordern, was ich an Kraft habe und dann wird er da sein und euch umhauen. Und … er wird so lesbar sein, dass ihr nicht noch einmal Band I lesen müsst, um ihn zu verstehen. Danke für euer Verständnis!

2 Gedanken zu „Totenläufer“

  1. So, jetzt hatte ich endlich mal Zeit mir all dies hier gründlich durchzulesen – und stolpere am Ende fast über das „Herbst 2016“.
    Meine Güte! Warum braucht die so lange, wenn sie schon fast fertig ist? fragte ich mich sofort, um dann zu realiesen: Wir haben ja fast 2016!
    Dann nenn ich das sehr sportlich von Dir. Aber wenn Du schon 10 von 14 Kapiteln fertig hast, klingt es zuminest machbar. Außerdem klingt es so, als wenn Du mir ein schlechtes Gewissen machen willst, weil ich immer trödel und Ausreden finde 😦
    Aber gut, das war bestimmt nicht so von Dir beabsichtigt… denke ich mal 😉

    Wie alt sind Deine Helden eigentlich?
    Von der Beschreibung her und dem kleinen gezeichneten Bild kann ich mich nicht ganz entscheiden. Es klingt irgendwie nach Young Adult (und das lese ich sehr sehr ungern), aber ich hoffe noch auf ein normales Alter der Protas
    Bin auf jeden Fall immer noch sehr gespannt auf die Geschichte!

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    1. Nein, das war von mir ganz und gar nicht beabsichtigt. Ich hoffe ja, dass es schon früher was wird, aber das hängt davon ab, wie schnell ich mit der Überarbeitung bin. Fühl dich dadurch aber nicht unter Druck gesetzt! Jeder sollte mit seiner eigenen Geschwindigkeit arbeiten.
      Es ist kein Young Adult. Beide Protagonisten sind Mitte 20. Meine Hauptpersonen haben immer in etwa mein Alter, dann kann ich mich am besten in sie hineinversetzen.

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