Aktuelles, Silver Coin 203

Silbermünze und Totenläufer

Guten Abend ihr Fans düsterer Literatur,

es ist an der Zeit, den Vorhang zu heben und euch den endgültigen Titel meines Buches zu präsentieren. Wie einige von euch schon wissen, handelt es sich um einen Mehrteiler handelt, weshalb ich einen Reihentitel und Untertitel auswählen musste. Und nun, Trommelwirbel, das Ergebnis, aus dem Arbeitstitel Hurt No One wird ab jetzt:

schriftsilvercoin
Die Zahl im Reihentitel wird two-oh-three gesprochen.

Ihr fragt euch sicher, wieso ich einen so kryptischen Namen gewählt habe. Noch dazu diese Kombination aus Englisch-Deutsch, die so gar keinen Sinn zu ergeben scheint. Ja, ich habe lange überlegt, ob oder ob nicht. Da ging es um Fragen wie: Gibt es den Titel schon? Was passt zum Genre Dystopie? Was genau ist das verbindende Element in allen Büchern? Am Ende war die Antwort ganz einfach, ich wollte etwas Ungewöhnliches, was sich konkret auf den Inhalt des Buches bezieht.

„Totenläufer“ ist dabei eine Wortneuschöpfung. Es ist der Name einer Medienfigur, die in der fiktiven Stadt meines Projekts hochgejubelt wird. Diese Person geht, im wahrsten Sinne des Wortes, über Leichen, um eine Scheinsicherheit zu propagieren. Die eigentliche Frage ist allerdings: Ist diese Person ein Held, ein Monster oder doch ein einsamer Wolf auf Streifzug, der erlegt werden muss?

Die Silbermünze und die Zahl 203 sind Elemente, die in allen Bänden auftauchen und euch einen Hinweis darauf geben sollen, wie sich die Geschichte nach Band eins entwickeln könnte. Es ist für mich ein Symbol von Zweiseitigkeit (Kopf-Emotion oder Zahl-Logik), und einer 50/50 Chance bei Entscheidungen. Wählt man die falsche Seite oder die richtige? Und hat man eigentlich wirklich die Wahl oder ist auch ein scheinbar gerechter Münzwurf nur manipuliert? Woher die 203 kommt, da halte ich mich erst einmal bedeckt. In dem Sinne, hoffe ich, ihr könnt euch mit dem neuen Titel anfreunden und unterstützt mich auf meinem Weg zum fertigen Buch!

Bis dahin!

+Mika+


Aktuelles, Silver Coin 203

Über Cover, Leseproben und einen Roman

Hey ihr da draußen, die ihr wie ich gerade vor irgendeinem Bildschirm sitzt,

ihr wisst vielleicht noch, dass ich mich entschieden habe, ab sofort auch ein paar kürzere Beiträge auf meinem Blog zu veröffentlichen. In diesen geht es vor allem um Dinge, die mich aktuell bewegen, Neuigkeiten oder interessante Facts aus dem World Wide Web. Heute starte ich einfach mal damit und es gibt vielmehr zu berichten als die 300 Wörter, die ich mir als Grenze gesetzt habe.

Zuerst einmal möchte ich euch mitteilen, dass mein NaNo Projekt aus dem letzten Jahr nun ein beinahe fertiges Cover, einen Titel mit Untertitel, eine eigene Youtube Playlist und eine Pinterest Pinnwand (leider mit noch wenigen Inhalten) hat. Die drei ersten Sachen sind für ein Buch selbstverständlich, aber bei den letzten Punkten denkt ihr euch womöglich: Was, wer braucht denn sowas? Eine berechtigte Frage und ja, im Grunde „braucht“ das auch niemand. Allerdings, möchte ich, dass ihr euch die Welt, die ich da in meinem Büchlein erschaffe besser vorstellen könnt. Bücher sind zuerst einmal „nur“ Texte, aber sie erschaffen auch Bilder und heute haben wir so viele Möglichkeiten zu zeigen, welche Bilder mir im Kopf herumgegeistert sind, als ich den Text schrieb. Sicherlich stimmt da nicht alles mit dem überein, was ihr euch vorstellt. Kann ja auch gar nicht so sein, aber es lässt sich ja womöglich erahnen, welche Stimmung ich schaffen wollte. Ihr seid dann diejenigen, die entscheidet, ob ich das gut hinbekommen habe oder nicht.

Mein Highlight ist diese Woche aber wirklich das Cover. Der erste Entwurf ist ja bereits vor Monaten entstanden und gestern saß ich mit einem Freund aus der Unizeit zusammen und wir haben wirklich Kraft und Zeit und Schweiß investiert, damit es so wird, wie es jetzt ist. Ich weiß, ihr wollt es jetzt natürlich sehen, aber … ich muss gemein sein und mache einen fiesen Cliffhanger. Zu sehen bekommt ihr es erst Ende September, wenn die Veröffentlichung bevorsteht. Damit ihr nicht total mit leeren Händen ausgeht, gibt es dennoch einen winzigen Ausschnit mit einer kleinen Leseprobe aus einem der letzten Kapitel (noch nicht in der endgültigen Fassung). Hoffe, das ist zumindest eine kleine Entschädigung.

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Bis dahin

+Mika+


Beitragsbild: Simon Turkas von Flickr.

Silver Coin 203

Wie ein Roman entsteht III

… Statusupdate #3: Hurt No One …

Ein Roman wird nicht einfach aus dem Hut gezaubert. Er ist die Summe harter Arbeit, die zu großen Teilen aus Nachdenken, Überarbeiten und Schreiben besteht. Heute teile ich mit euch den dritten Teil meiner Reihe ‚Wie ein Roman ensteht‘, in der ich euch im Detail zeige, was alles passiert, bevor ein Buch veröffentlicht werden kann. Dies mache ich natürlich nicht langweilig, indem ich euch mit Faktenwissen überhäufe, sondern indem ich euch anhand meines Projektes Hurt No One zeige, wie ich beim Schreiben vorgehe. Viel Spaß also beim Lesen.


Ein kurzer Einstieg

Der ein oder andere von euch weiß, dass die Rohfassung meines Projekts bereits steht. Im Februar konnte ich das wohltuende „Ende“ unter meinen Text setzen, doch genau da fängt die Arbeit erst an. Das Stichwort ist ‚Überarbeitung‘ und um die geht es heute im Besonderen. Nur zur Erinnerung: Das Buch ist eine Dystopie für Erwachsene, enthält viele Aktion- und Thrillmomente, ist gleichzeitig aber auch etwas psychologisch. Geheimniskrämereien sind an der Tagesordnung und es ist nie wirklich klar, wer nun wirklich gut oder böse ist.

Aber bleiben wir mal beim Thema. Wenn ich es hochrechnet, werkele ich seit sechs Monaten an meinem Büchlein und das Ende ist noch weit entfernt. Für euch der Stand der Dinge:

  • Kapitel 1: Check. Nächster Schritt ist hier die Testleserunde ab Juni.
  • Kapitel 2: Ist mehrfach überarbeitet. Das letzte Unterkapitel ist jedoch noch offen.
  • Kapitel 3: Hat noch einige Schwächen, ist jedoch strukturell gewachsen und wartet auf zwei weitere Überarbeitungsrunden, die ab Anfang Mai laufen.
  • Kapitel 4: Ist im Stadium der ersten vollständigen Überarbeitung.
  • Kapitel 5-12: Noch offen.

Ihr seht, etwa ein Viertel habe ich geschafft, das ist ganz ordentlich, aber weniger als geplant. Und nun höre ich euch schon sagen, wieso dauert das denn so lange (oder bin ich es vielleicht selbst, die mir das vorwirft?). Kann ja nicht so schwer sein, bei der Überarbeitung ein paar Rechtschreibfehler zu löschen und fehlende Wörter zu ergänzen. Leider ist es damit lange nicht getan …


Das elende Überarbeiten …

Die Überarbeitung: jeder spricht davon, jeder weiß in etwa, was sich dahinter verbirgt, doch für mich ist es der blanke Horror. Ja, wirklich, das ist keine Übertreibung. Überarbeiten heißt: Lesen, löschen, lesen, tippen, lesen, löschen in einem ewigen Kreislauf. Währenddessen muss man sich über eine unendliche Anzahl von Punkten Gedanken machen: Eindruck der Figuren, Aufbau der Szene, Logik der Sätze, Rechtschreibung, Bedeutung der Szenen für den Gesamtzusammenhang, Stil, Ton, Grammatik. Für jeden einzelnen Punkt gibt es Regeln und jede muss geprüft werden, bis man zu einem Punkt kommt, an dem man schier verzweifelt.

„Interessiert das jemanden?“, schreit der innere Kritiker bösartig: „Wozu machst du dir die ganze Mühe, bist du dumm oder was?“ Zum Glück meldet sich aus dem Hintergrund dann meist ein zartes Stimmchen und flüstert: „Aber wenn du das so lässt, dann kann das keiner lesen.“ Und diese Stimme hat recht. Denn ein Text in Rohform ist schlichtweg nicht leserlich. Überarbeiten ist eine Mammutaufgabe, die ich gern jemand anderem überlassen würde, aber was muss, das muss. Während ich beispielsweise für 30 Normseiten etwa zwei bis drei Tage reine Schreibzeit brauche, kann eine Überarbeitung schon mal das vierfache an Zeit in Anspruch nehmen. Hier mal ein konkretes Beispiel  aus meinem Problemkapitel Drei:

„Es konnte ihn das Leben kosten, den Köder zu spielen, doch jemand anderem hätte er diesen Job nicht überlassen. Wenn er vorsichtig war, seinen Gegner nicht unterschätzte und sich dieses Mal an den Plan hielt, standen seine Chancen jedoch nicht schlecht. Er verbarg sich in dem unfertigen Rohbau eines Hochhauses. Noch war es nur ein skeletthafter Bau aus Beton. Die Fenster waren glaslos und durch die Räume jagte der Wind. Um das Haus herum waren mehr als zwanzig Rebellen postiert, die im äußersten Notfall eingreifen konnten. Nach den Rückschlägen der letzten Wochen war das einer der wenigen Hoffnungsschimmer und niemand wollte den Erfolg aufs Spiel setzen.“ (Nach der ersten Überarbeitung)

„Der Plan war in Toms Augen nicht mehr als ein unstabiles Gerüst. Er wackelte an allen Ecken und Enden, eine heftige Windböe konnte ihn jederzeit zu Fall bringen. Am liebsten hätte er den Rückzug befohlen, doch der Lorca-Alarm war ausgelöst und der Totenläufer auf dem Weg zum Rohbau. Das Einzige, was er jetzt noch tun konnte, war, alles daran zu setzen, dass sie trotzdem die Oberhand behielten. In seinem Kopf ging er deshalb Szenarien durch, die vom eigentlichen Vorhaben abwichen. Möglich war, dass er den Totenläufer nicht erkannte, dass die Stadtverwaltung noch eine weitere Einheit als Nachhut schickte, dass die Einheit 203 nicht etwa vom Stadtzentrum her kam, sondern vom Meer. Variablen, auf die er kaum Einfluss hatte.“ (Nach der dritten Überarbeitung)

Fällt euch etwas auf? Ja richtig, der Text ist vollständig anders, obwohl er die gleiche Szene einleitet: einen Häuserkampf. Warum habe ich beinahe alles verworfen? Das hat mehrere Gründe: 1) Es war unlogisch, dass meine Figur in diesem Moment als Köder fungiert (out of character), 2) die Position der Rebellen wird im späteren Verlauf durch einen Perspektivwechsel geklärt, 3) die Beschreibung des Rohbaus ist für den Beginn der Szene nicht wichtig, sie folgt später.

Was ich damit sagen will: Manche Kapitel müssen völlig neu konzipiert und durchdacht werden, was unheimlich viel Zeit in Anspruch nimmt. Zumindest bei mir ist die erste Version noch sehr naiv und unrealistisch geschrieben. Der Text hat zu sehr meine eigene Stimme, die sich erst nach viel Bedenkzeit eliminieren lässt. Damit ich bei solch einer aufwendigen Überarbeitung nicht den Überblick verliere, erstelle ich Zeichnungen, die das Geschehen genau skizzieren. So wie diese:

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Es sieht ziemlich gekritzelt aus, aber ihr seht die zwei Parteien, die sich beim Häuserkampf gegenüberstehen und ein paar Aufrisse, um den Standort der Personen zu klären.

Was sonst noch so anfällt: Das Cover und Band zwei.

Neben dem Schreibprozess gibt es einige Überlegungen, die ich als Autorin nicht außer Acht lassen darf. Ein Punkt ist das Cover. In der letzten Zeit ist mir klar geworden, dass ich dieses unbedingt selbst gestalten will und nur dann auf einen Designer zurückreife, wenn ich an die Grenzen meiner Möglichkeiten stoße. Eine Inspiration habe ich durch das Titelbild des Buches ‚Wenn du mich tötest‘ erhalten. Mir gefällt der verschwommene Stil sehr gut:

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Zudem ist Hurt No One ein Mehrteiler und nichts ist schlimmer als ein Buch mit Fortsetzung, die nicht notwendig ist. Aus diesem Grund bastele ich inzwischen an den ersten Seiten von Band zwei und konzipiere den Plot. Richtig lege ich jedoch erst los, wenn ich einen Haken hinter die Überarbeitung von Band eins setzen kann.


Zum Abschluss ein Wort aus Red-Mon-Stadt

Die letzten Male habe ich euch einen Auszug aus dem Glossar zu meiner Dystopie vorgestellt. Das werde ich für die Zukunft beibehalten. Heute stelle ich euch eine wichtige Figur vor, die in dem kurzen Textabschnitt oben erwähnt worden ist:

Der Totenläufer: Der Totenläufer ist ein SDF-Soldat, der im Namen der Stadtverwaltung Gefahrenquellen eliminiert. Er ist eine Person des öffentlichen Interesses. Er ist das Paradebeispiel absoluter Loyalität. In den Medien der Stadt ist er überall präsent, obwohl seine Identität geheim bleibt. Der Totenläufer reagiert auf Leserbriefe persönlich und setzt sich für die Bevölkerung ein, die sich immer mehr mit ihm identifiziert. Der Glaube an den Totenläufer und die Ideale, die er verkörpert, eint die gesamte Stadt.


Ich wünsche euch was

+Mika+

Wenn ihr Interesse an den ersten beiden Beiträgen zum Thema habt, klickt einfach hier:

Wie ein Roman entsteht 1

Wie ein Roman entsteht 2

Silver Coin 203

Figuren: Neel Talwar

Romane leben von ihren Figuren. Sie sind das Herzstück der Geschichte und formen die Handlung. In diesem Beitrag stelle ich euch eine der Erzählfiguren aus Silver Coin 203 vor: Neel Talwar.


Neels Rolle in Silver Coin 203

„Es zählt nicht nur das Ergebnis einer Tat, sondern auch, warum wir so gehandelt haben.“

Neel ist ein Familienmensch. Seine zwei Geschwister Nikki und Mischa und seine Mutter bedeuten ihm alles. Für sie geht er wortwörtlich durch die Hölle, denn er ist davon überzeugt, dass er als Erstgeborener Sohn die Pflicht hat, sie alle zu beschützen. Neel blickt auf eine liebevolle Kindheit mit Eltern zurück, die ihn immer unterstützt und an ihn geglaubt haben. Umso schwerer ist es für ihn, dass er im Jahr 2075, als die Geschichte von Totenläufer beginnt, keinen Kontakt mehr mit der Familie hat und als Einsiedler lebt. Immer wieder versucht er, seine Familienmitglieder zu erreichen, doch seine Mutter verweigert die Gespräche und besteht auf Distanz.

Im Grunde ist Neel ein Einwanderer, denn er ist als Kind zusammen mit seinen Eltern Raveena Talwar und Angus Talwar nach Red-Mon-Stadt geflüchtet. Die Familie wollte auf der Insel ein sicheres Leben in Frieden führen, was zuerst gut funktioniert, ihnen dann jedoch entrissen wird. An diesem Schicksal hat Amanda Whitman, die Antagonistin von Silver Coin 203, einen großen Anteil.

Der Soldat

Neel ist Soldat der SDF. Er kämpft jedoch nicht in Kriegen, sondern verteidigt die Insel von innen heraus. Dafür löscht er im Auftrag der Verwaltung Red-Mon-Stadts unangenehme Störfaktoren aus. In brutalen Einsätzen wird er gezwungen, Dinge zu tun, die er mit seinem Gewissen nicht vereinbaren kann. Er ist hin- und her gerissen zwischen Schuld, Pflicht und seinen Idealen, weshalb er kaum schläft, Alpträume hat und sich jeden Tag aufs Neue fragen muss, was er eigentlich tut.

Geschichten

Neel wird als SDF-Soldat streng überwacht. Es gibt kaum einen Ort, an dem er unbeobachtet ist. Deshalb hat er eine Strategie entwickelt, die ihm hilft, aus dem Alltag zu flüchten. Er geht in eine Bar namens „Hintertüren“ trinkt dort immer zwei Tequila, um nicht allzu betrunken zu werden, und kommt mit den Leuten ins Gespräch. Besonders angezogen wird er von Menschen, die ihm traurige Geschichten vom Festland oder von Verlusten erzählen.

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Neel liebt alte Sachen, denn sowohl sein Vater als auch seine Mutter haben einen Faible dafür. Eine solche alte Uhr steht in der Wohnung seiner Familie und er selbst trägt immer eine alte Silbermünze bei sich.

Neels Makel

Zu Neels schlechten Eigenschaften zählt seine Art, indirekt auf Fragen zu antworten. Er kann sich nur schwer festlegen und geht ungern konkret auf Fragen ein, außer jemand kitzelt seine Antwort zum Beispiel in einem Streit heraus. Es ist für seine Umfeld daher oft schwer, herauszufinden, was er wirklich denkt oder meint. Zumal er kein großes Taktgefühl hat und gerade, wenn er bedrängt wird, verletzend reagiert. Das manövriert ihn mehrfach in unangenehme Situationen und bringt ihm einen unwiederbringlich schlechten Ruf ein. Außerdem gibt er in Notsituationen gern den Ton an und vergisst die Menschen um sich herum.


Bilderquellen: Giampaolo Macorig von flickr.com // Kaminuhr

Silver Coin 203

Wie ein Roman entsteht

… Statusupdate #2: Hurt No One …

Vor einem Monat habe ich einen Beitrag verfasst, in dem es um eines meiner Jahresziele ging: Die Veröffentlichung meines Romanprojektes Hurt No One. Inzwischen gibt es einige Neuigkeiten, die ich mit euch teilen möchte. Warum solltet ihr jetzt weiterlesen? Durch meine Beiträge könnt ihr miterleben, wie nach und nach ein Buch entsteht. Es gibt jeden Monat ein Update mit Skizzen, Fotos und exklusiven Details zur Geschichte.


Die Rohfassung: Das Ende konnte nicht warten

Wer meinen letzten Beitrag gelesen hat, erinnert sich noch an die ungewöhliche Idee zum Showdown meines Buches. Die letzten vier Kapitel sollten erst entstehen, wenn das Manuskript vollständig überarbeitet ist. Grund dafür war die Überlegung, dass die ersten Kapitel wie das Grundgerüst eines Hauses sind und das Ende das alles entscheidende Dach. Wenn also das Gerüst nicht steht oder wackelt, brauche ich das Dach nicht bauen. In meiner Geschichte sind noch einige Stützpfeiler wackelig. Es passieren Dinge, die nichts mit der Handlung zu tun haben, Personen verhalten sich nicht ihrer Rolle entsprechend, einige Szenen sind nur in Auszügen vorhanden. Trotzdem habe ich mich entschieden, die letzten vier Kapitel zu schreiben und war am 04. Februar fertig. Woher kommt der plötzliche Sinneswandel?

  1. Ich kam bei der Überarbeitung nicht voran, weil ich immer daran denken musste, wie ich das Ende am besten über die Bühne bringe.
  2. Ich hatte das Gefühl, meinen Hauptfiguren Rina und Neel damit keinen Gefallen zu tun. Sie wirkten ungewöhnlich nervös und zappelig …
  3. Ich wollte einfach etwas schreiben.

Demnach ist die Rohfassung meines Buches jetzt fertig. Insgesamt sind es 14 Kapitel mit rund 80.000 Wörtern. Angedacht war etwas weniger, allerdings hat mir meine dystopische Welt da einen Strich durch die Rechnung gemacht. Es muss eben doch mehr beschrieben werden als in einem Gegenwartsroman. So eine Zukunftsstadt mit ganz eigenen Regeln baut sich nicht von selbst.


Der Showdown: Action oder Strategie?

Mein Roman ist kein seicht dahinplätscherndes Buch mit einigen wenigen Spannungselementen. Da romantische Szenen so gut wie nicht vorkommen und wir uns in einer menschenfeindlichen Umgebung befinden, sind Geheimnisse, Rätsel und Aktionszenen meine Elemente, um euch bei der Stange zu halten. Es geht dabei nicht um stumpfes Geballer, sondern Verfolgungsszenarien, Verhaftungen oder psychologische Folter. Deshalb wollte ich ein Ende, das diese Grundstimmung auffängt und die vorherigen Szenen toppt. Logisch, ich will euch ja nicht enttäuschen.

An dieser Stelle möchte ich euch nicht spoilern oder zu viel verraten, aber trotzdem einen Einblick in meine Überlegungen beim Showdown geben. Es ging im Grunde um die Planung des Handlungsablaufes, was mich mehrere Tage Bedenkzeit gekostet hat. Meine Hauptpersonen sollen in einen Gebäudekomplex namens Safecity eindringen. Die Schwierigkeit besteht darin, dass das Gebäude stark bewacht ist und wenige verwundbare Stellen hat (stellt euch Helmes Klamm in modern vor). Ich musste mich also fragen, wie kommen meine Hauptpersonen realistisch in das Gebäude hinein und wieder hinaus. Damit ich das halbwegs ordentlich planen konnte, habe ich eine Skizze angefertigt und mir die räumlichen Gegebenheiten vor Augen geführt. Das ist dabei herausgekommen:

Safecity_Plan_Rahmen
Wie ihr sehen könnt ist links das Meer und rechts das Festland. Über den eigentlichen Gebäuden ist eine Glaskuppel. Unten rechts ist der Aufriss dargestellt. Meine Hauptpersonen wollen in das zweite Gebäude von links gelangen. Den so genannten Hygienetrakt.

Die Strategen in meinem Roman (Tom, Jay und Caren) haben sich dazu nun folgende Vorgehensweisen überlegt:

  1. Ein Vorstoß über die Kanalisation mit einem Durchbruch durch eine Wand, hinter der sich Räume des Gebäudes befinden. Vorteil: Geht schnell und braucht wenig Vorbereitung. Nachteil: Zieht viel Aufmerksamkeit auf sich und könnte schief gehen, wenn man auf zu viel Widerstand trifft.
  2. Ein Vorstoß über einen selbst gegrabenen Tunnel wie es die Gangster in Fortaleza 2005 oder auch Berlin 2013 gemacht haben. Vorteil: Es existieren bereits etliche Tunnel unterhalb von Red-Mon-Stadt, die man gut nutzen kann. Außerdem ist es möglich, selbst zu bestimmen, wo genau man im Gebäude herauskommt. Nachteil: Es dauert lange und die Frage ist, ob die Zeit für ein solches Unterfangen da ist.
  3. Jemanden in das Gebäude schleusen. Vorteil: Sie haben einen Trumpf und könnten ihn ausspielen. Wenn alles glatt geht, kommt man einfach rein und wieder raus, ohne Ressourcen zu verschwenden. Nachteil: Es besteht ein sehr hohes Risiko entdeckt zu werden und wenn etwas schief geht, sind alle tot oder gefangen oder …

Für welche Variante würdet ihr euch entscheiden? Habt ihr andere Ideen? In der endgültigen Version gibt es zahlreiche Details, viele unerwartete Wendungen und Spielraum zur Improvisation. Bisher bin ich ganz zufrieden, werde mir aber vermutlich beim nächsten Lesen die Haare raufen und mich für meine Entscheidung verfluchen.

Hier noch kurz das Gebäude, das mich zu meiner Skizze von Safecity inspiriert hat. Es steht in Valencia und heißt Hemisfèric. Das Foto wurde von Maren Arndt geschossen. Ich finde es wunderschön.

InspirationSafeCity


Überarbeitung: Wo bin ich gerade?

Ich gebe zu, dass ich in letzter Zeit mit den Vorbereitungen für die Leipziger Buchmesse stark eingespannt war. Mein Taschenbuch Sieben Raben wird gedruckt, Flyer erstellt und noch vieles mehr, deshalb hatte ich nicht viel Zeit, um mich mit der Überarbeitung von Hurt No One zu beschäftigen. Das frustriert mich. Ich würde viel lieber mein neues Buch voranbringen als das, das ich bereits 2013 vollendet habe, aber es lässt sich nicht ändern. Kapitel eins wurde jedenfalls von den ersten beiden Testlesern auf Logikfehler hin überprüft und beide waren mit dem Text zufrieden. Ansonsten sitze ich nun an der ersten Überarbeitungsrunde von Kapitel zwei. Es kann nur noch vorwärts gehen.


Hurt No One ist ein Mehrteiler

In meinem letzten Beitrag habe ich das böse „T“ Wort benutzt. Ja, ich plane derzeit drei Bände für Hurt No One. Einige von euch werden mir nun vorwerfen, dass ich auf einen fahrenden Zug aufspringe. Schreibt ja jeder inzwischen eine Trilogie. Da habt ihr nicht mal unrecht und ja, mich nervt der Hype auch. Ich habe mich allerdings nicht für mehrere Bände entschieden, weil die Geschichte so komplex ist oder ich dadurch mehr Verkäufe generiere. Ursprünglich wollte ich einfach nur mehr Zeit mit meinen Hauptfiguren verbringen. Meine letzten drei Buchprojekte (zwei davon schlummern in Schubladenland) waren relativ kurz. Außerdem habe ich viele Kurzgeschichten geschrieben und musste mir daher oft neue Figuren ausdenken, die nie wieder (oder ziemlich wahrscheinlich nicht) in meinen nächsten Geschichten auftauchen werden. Ehrlich, das ist schon traurig. Abschied fällt mir schwer. Deshalb schreibe ich nun mehrere Bände und fühle mich damit richtig gut. Die vorläufigen Untertitel heißen derzeit: Totenläufer, Racheland und Kalter Sturm. Die letzten beiden Titel werden sich wohl noch ändern.


Zum Abschluss ein Wort aus Red-Mon-Stadt

Beim letzten Mal habe ich euch einen Auszug aus dem Glossar zu meiner Dystopie vorgestellt. Das werde ich heute fortsetzen und euch eine der wichtigsten Personengruppen in meiner Welt vorstellen:

Lorca: Eine diskriminierte Minderheit. Lorca unterscheiden sich in wenigen Merkmalen vom Menschen. Der Forscher Albertus Lorca entdeckte das Gen, welches die Differenzierung verursacht, weshalb man diese Menschen mit seinem Namen ruft. Lorca entwickeln im Zuge ihrer Pubertät außergewöhnliche Fähigkeiten, die sich von Person zu Person unterscheiden. Sie haben eine durchscheinend helle Haut mit schwacher Pigmentierung und leuchtende Augen unterschiedlicher Farben. Sie sind in Red-Mon-Stadt nicht erwünscht, da sie als Gefahr eingestuft werden. Es wird behauptet, sie tragen eine gefährliche Krankheit in sich, die man gemeinhin als Lorcakrankheit bezeichnet. Sie soll höchst ansteckend sein und nach einem kurzen Krankheitsverlauf sofort zum Tod führen.


Ich danke euch für euer Interesse an meinem Blog und meinen Geschichten und wünsche euch einen angenehmen Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

+Mika+