Gedanken-Mix

Happy Halloween

Ich wünsche allen ein schaurig-schönes Halloween. Ich werde es heute mit meinem Partner, Gruselfilmen, Pizza und Kürbisdekoration verbringen. Dieses Jahr hatte ich mal wieder Lust darauf, eine kurze Geschichte anlässlich meines liebsten Feiertags zu schreiben. Die Idee entstand im Jahr 2006 am Bahnhof meines Heimatdorfs und trug den Titel „Meavels Blatt“. Viel Spaß beim Lesen und kommt trotz Corona gut durch den November.

(Triggerwarnung: Verlust eines geliebten Menschen)

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Der seltsame Fall von Frau Herbst

„Frau Herbst, können Sie schildern, was sich gestern ereignet hat?“
Frau Herbst drückte nervös eine Tasche an ihre Brust und fixierte die Polizistin.
„Ja, das kann ich. Edgard wurde umgebracht von einem Mann mit einem Ahornblatt in der Hand.“ Frau Herbst verzog den Mund und dachte nach. „Sie müssen mir das glauben. Er wartete mit uns auf den Bus und stand da in lotteriger Kleidung und frechem Zopf. Er hat den nötigen Abstand eingehalten“, sagte sie mit Ehrfurcht in der Stimme. „Er sprach mich an, redete über das Wetter und sagte, dass sein Name Meavel ist. Herr Meavel aus was weiß ich wo, ich habe es vergessen. ‚Sie sind Frau Herbst, nicht wahr?‘, hat er gefragt und ich war so fasziniert von seiner ungezwungenen Art, dass ich bejahte. ‚Richtig, ich bin Frau Herbst.‘ Dann hat er genickt, als ob er etwas verstanden hat …“
„Ist Ihnen sonst etwas aufgefallen? Sie sagten, er hatte ein Blatt in der Hand.“
„Ja, ein rotes Ahornblatt. Er hat es in der Hand gedreht wie einen Kreisel …“ Frau Herbst unterbrach die Erzählung und starrte kurz an der Polizistin vorbei. Dabei kräuselte sie die Stirn.
„Frau Herbst?“
„Entschuldigung. Ich war abgelenkt.“
„Was war mit Herrn Meavel?“
„Er reichte mir das Blatt und sagte: „Jedes Blatt findet im Herbst seine Ruhe auf dem Grund. Nehmen Sie es. Es gehört Ihnen.“ Ich weiß nicht wieso oder warum, aber ich habe es genommen. Natürlich ohne ihn zu berühren wegen der Übertragung der Viren. Sie wissen schon. Edgard sagte nichts. Saß nur da als ginge ihn das alles nichts an. Ihm hatte der Film nicht gefallen, den wir gesehen haben und deshalb war er stumm wie ein Fisch … Er … konnte so stur sein …“
„Und dann?“
Frau Herbst atmete tief durch und redete hastig weiter.
„Herr Meavel ging zu Edgard und hielt eine Hand über seinen Kopf. ‚Was tun sie da?‘, fragte ich. Dann geschah es. Ich sah es mit eigenen Augen. Edgards Körper wurde dünn und flach. Seine Haut färbte sich aschgrau und wurde spröde wie Altpapier. Als er nur noch ein Strich war, ein dünner Bleistiftstrich, formte sich unter Herr Meavels Hand ein neues Ahornblatt. Einfach so und wunderschön wie jenes in meiner Hand.“
„Das heißt, Edgard ist verschwunden.“
„Er ist tot. Sie haben es doch gehört, jedes Blatt fällt zu Grunde.“
Die Polizistin wandte sich vom Bildschirm ihres Rechners ab und musterte Frau Herbst eindringlich. „Frau Herbst, kann es nicht sein, dass ihr Mann sie verlassen hat?“
„Nein! Herr Meavel hat ihn getötet. Himmelherrgott, suchen Sie nach ihm und verhaften Sie ihn.“
„Wir können niemanden verhaften, der Menschen verschwinden lässt, Frau Herbst.“
„Aber er hat es getan, er hat Edgard umgebracht.“ Frau Herbst schniefte und die Polizistin reichte ihr ein Taschentuch. „Ich kümmere mich um alles. Jetzt sollten Sie erstmal nach Hause gehen und sich ausruhen.“
„Aber … er war da. Hören Sie doch … Ich konnte nicht wissen, dass er … ihn umbringt.“
Die Polizistin beruhigte Frau Herbst so gut es ging und ließ sich das Protokoll zur Aussage unterschreiben. Dann bat sie einen Kollegen Frau Herbst nach draußen zu begleiten. So etwas Absurdes hatte sie noch nicht gehört. Ohne Umschweife kehrte sie an ihren Schreibtisch zurück und wollte gerade einen Eintrag im Dienstplan machen, als sie auf ihrem Tisch ein rotes Ahornblatt entdeckte. Die kräftigen Farben wirkten beinahe irreal. Sie strich mit dem Finger über die Oberfläche und im selben Moment betrat jemand das Zimmer.
„Hallo“, sagte ein Mann in lotteriger Kleidung. „Ich bin Herr Meavel, sind Sie Frau Winter?“

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Quelle Beitragsbild: Depositphotos
Inspiration Titel: Der befremdliche Fall von Dr. Jekyll and Mr. Hyde

Aktuelles

Goldrote Finsternis

Am 22.09. ist mein dritter Roman „Goldrote Finsternis“ offiziell erschienen. Ein paar Tage sind bereits ins Land gegangen. Es ist damit an der Zeit, hier auf dem Blog ein bisschen zu resümieren und euch mein Buch vorzustellen.

Worum geht es im Buch?

Goldrote Finsternis ist ein Mystery-Roman mit Gruselelementen. Es gibt ungewöhnliche Begebenheiten, Rätsel und schaurige Geheimnisse. Passend zum Herbst sind Nebel, Regen, ein Eichhörnchen und die Farben Orange, Rot und Gold inklusive.

Klappentext

„Manchmal gelang es mir, das Monster nicht zu sehen. Mich nicht vor ihm zu fürchten. Doch ich wusste, es lag auf der Lauer, um uns auseinanderzureißen wie Beute.“

In Flußwalde ereignet sich Seltsames. Ein Erdbeben schüttelt das Dorf, ein Großbrand zerstört ein Mietshaus und ein Dieb treibt sein Unwesen. Zur gleichen Zeit findet Lois ihren Schützling Ilyan im nahegelegenen Wald, wo er völlig aufgelöst von einer bevorstehenden Katastrophe spricht. Sie ahnt, dass alles irgendwie zusammenhängt und folgt Ilyans Spur aus Rätseln, bis sich ihr Weg in ein schauriges Märchen verwandelt. Kann sie ihrem Verstand noch trauen?

Was war in den letzten Wochen los?

Buchcountdown

Auf Facebook und Instagram gab es einen acht-tägigen Countdown bis zur Veröffentlichung. Jeden Tag habe ich ein Detail über mein Buch enthüllt. Es ging um den Handlungsort, die Idee, das Cover und die Protagonistin Lois Jäger. Es hat Spaß gemacht, noch einmal in mich zu gehen und mir klarzuwerden, weshalb ich die Geschichte überhaupt erzählen wollte.


Erste Rezensionen

Die ersten Rezensionen sind bereits eingetroffen und haben mich sehr glücklich gemacht, denn es wurde viel Positives gesagt. Da ich ein paar Rezensionsexemplare an Blogger*innen verschickte habe, bin ich unglaublich gespannt, welche Reaktionen es noch geben wird. Gefällt die Geschichte? Ist sie spannend? Konnte ich euch überraschen?
Rezensionen Lovelybooks und Amazon

Buchparty

Eine Party im eigentlichen Sinn gab es nicht. Stattdessen habe ich mir mit meinem Lebenspartner japanische Ramen gegönnt, im Social Media gefeiert und war mit meiner Freundin im Café. Dort haben wir nicht nur mein Buch gefeiert, sondern auch ihre Neuveröffentlichung von „Seine Sensible Seite„.

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Genre: Mystery | Psycho-Thriller| Horror
Ebook: 3,99€ |Taschenbuch: 10,99€

Thalia | Epubli | Kobo |Amazon

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Copyright Titelbild: Baki Kilinc (bakipictures)

Gedanken-Mix

Freigeist – Zweifel in der literarischen Arbeit

Wer in einem kreativen Beruf arbeitet, kennt sie sehr gut, die Zweifel am eigenen Schaffen. Allein die Vielzahl an persönlichen Blogbeiträgen von Autor*innen zeigt, wie omnipräsent das Thema ist. Auch ich komme in meiner täglichen Arbeit immer wieder an den Punkt, an dem ich mich selbst und meine Tätigkeit in Frage stelle. Daher wird es Zeit, mich einmal näher mit dem Zweifeln zu beschäftigen, was ist es genau und weshalb trifft es Kreative besonders stark?


Der arme Poet

Kennt ihr das Bild vom armen Poeten? Es ist ein Ölgemälde des Malers Carl Spitzweg, das einen Schriftsteller in seiner Dachgeschosswohnung zeigt. Ein Regenschirm ist aufgespannt, um Wasser abzuhalten, das durch das Dach tropft. Eine einsame Wäscheleine mit löchrigem Trockentuch hängt mitten im Raum, das Bett ist eine Matratze, der Ofen stößt an die Füße und überall liegen Bücher und Zeitungen herum. Das abschreckende Bild eines armen Mannes – könnte man meinen – und brand aktuell, bedenkt man wie wenig Autor*innen*  mit dem Verkauf ihrer Bücher verdienen*. Oder hart ausgedrückt, wie wenig diese Form der Arbeit in unserer Gesellschaft wertgeschätzt wird. Wie oft sie sogar belächelt wird, solange man keinen nennenswerten Erfolg damit hat. Ich möchte die Vermutung aufstellen, dass die Sicht auf das Gemälde von Spitzweg stellvertretend für den Ursprung des Zweifelns an der kreativen Arbeit von Autor*innen steht. Zuerst jedoch eine Definition.

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„Der arme Poet“, Carl Spitzweg 1839


Definition

Zweifeln. Im Wortsinn bezieht sich Zweifeln auf eine Unsicherheit in uns, die sich um Entscheidungen, Taten, Vertrauen oder auch Fähigkeiten beziehen kann. Ist das, was ich tue sinnvoll, ist es überhaupt richtig? Ich möchte behaupten, gerade dann, wenn uns etwas besonders wichtig ist, zweifeln wir am meisten. Während das reine Zweifeln nur eine vorübergehende Unsicherheit darstellt, ist das Verzweifeln ein kaum zu ertragender Zustand. Die Zweifel werden so groß, dass kein Ausweg  mehr möglich ist.

Freigeist. Das Wort entstand im 18. Jahrhundert und wurde negativ konnotiert benutzt, um Personen zu bezeichnen, die sich abseits von religiösen Glaubensvorstellungen bewegten. Heute hat er eine positive Bedeutung, die eng mit dem Gedanken verbunden ist, sich eigenständig Werte und Moralvorstellungen, unabhängig von festen Vorstellungen, aneignen zu können. Es handelt sich also um eine Personengruppe, die sich nicht in die gegebene Gesellschaft einfügt, sondern vielmehr außen Vor sind.

„Der neuzeitlich im Positiven benutzte Begriff Freigeist beinhaltet die Intention, sich eigenständig über persönliche sowie gesellschaftspolitisch liberale Werte zu identifizieren und auszudrücken. “ (wertsysteme.de)


Nicht die Butter vom Brot nehmen lassen

Es ist kein Geheimnis, dass wir uns in einer Gesellschaft befinden, die auf Produktivität und Gewinn ausgerichtet ist. Erfolg wird daran gemessen, wie viel finanzielles Kapital wir besitzen, ob wir ein großes Haus haben, ein Auto oder anderes, das zeigt, was wir haben. Das sind Standards, die sich im Rahmen der Industrialisierung und der boomenden Nachkriegszeit immer mehr verfestigt haben. Sie haben ältere, glaubensgeprägte Normen abgelöst. Zahlen drücken in unserer Zeit aus, wie unsere Fähigkeiten zu bewerten sind. Ob das unser Einkommen ist, die Anzahl von Freunden auf Social Media Plattformen oder Noten in der Schule. Immer müssen sichtbare Beweise erbracht werden, damit wir Anerkennung bekommen. Das heißt, wer als Autorin wenig verdient oder zum Beispiel seine Tätigkeit durch einen Brotjob finanziert, sich also vom Schreiben keine nachweislichen Güter kaufen kann, hat keinen Erfolg. In dem Sinne ist eine der beliebtesten Fragen an Autor*innen „Wie viel verdienst du denn mit den Büchern?“ Wer darauf keine Antwort hat, herumdruckst oder z. B. antwortet: „Fast nichts, denn das Verlagsgeschäft ist hart“ wird in seiner Tätigkeit häufig nicht ernst genommen. Die Zweifel sind vorprogammiert. Hobby vs. Beruf sind hier die Schlagworte, dabei gibt es durchaus andere, wichtige Parameter für den Wert von kreativer Arbeit. Die Tiefe der Gedanken, die literarische Qualität oder die Kunst Worte neu zu erfinden. Doch davon ist eher selten die Rede. Manch eine Autor*in bringt jährlich drei Bücher heraus, um einen nennenswerten Verdienst zu generieren – Moderne Fließbandarbeit.

Kommen wir zurück zu den Zweifeln. Nach der oben stehenden Definition sind sie negativ zu bewerten, denn sie bilden ein Kontra zum selbstbewusst auftretenden Menschen. Wer zweifelt, sprich unsicher ist, zeigt Schwäche, und Schwäche ist schlecht. Schwach sein heißt, sich die Butter vom Brot nehmen zu lassen und am Ende mit Nichts dazustehen. Wer so dumm ist, das zuzulassen, hat, zugespitzt, selbst Pech. Dieses Modell des „der Stärkere siegt“, ist für Kreative sehr ermüdend.

Produktion ohne sichtbaren Erfolg

Der arme Poet, der höchstens mal ein Buch pro Jahr produziert, wenig besitzt und noch weniger Geld hat, ist nach unseren Standards also ein Verlierer. Kaum jemand wird sich sein Los wünschen. Kein Wunder also, dass Fragen à la „Wie habe ich Erfolg?“, „Was ist Erfolg?“, „Muss ich einen Bestseller schreiben, um Autor*in zu sein?“ einen zum Verzweifeln bringen können. Aus diesem Grund wachsen Ratgeber aus dem Boden, die mit Tipps dazu nur so um sich werfen. Da wird zum Beispiel gesagt, wie oft Autor*innen auf Social Media Kanälen Beitrage teilen sollen, damit sie mehr Reichweite bekommen, also sichtbare Beweise ihres Erfolgs liefern können. Ich erinnere mich noch dunkel daran, dass es die magische Zahl von drei Beiträgen pro Tag zu einer festen Uhrzeit als Tipp gab (morgens, mittags, abends). Angenommen ich bin auf Facebook, Instagram, Twitter und meiner eigenen Webseite aktiv. Wenn ich also davon ausgehe, ich müsste auf allen vier Plattformen** täglich drei Beiträge veröffentlichen, komme ich auf die Zahl von zwölf. Zwölf Postings pro Tag, die je nach Plattform in Umfang und Gehalt differieren und bitte auch noch jeweils anders sein müssen. Für ein Posting brauche ich mindestens zehn bis zwanzig Minuten. Rechne ich das mal zwölf ergibt sich eine Summe, die nicht zu schaffen ist. Bei einem Vortrag zum Thema vor etwa drei Jahren fragte ich einen der Vortragenden, was genau ich denn als Autorin zum Beispiel für Inhalte teilen soll, damit sie interessant sind. Seltsamerweise gab es darauf keine Antwort. Hauptsache irgendwas. Zahlen, Zahlen, Zahlen. Auf Knopfdruck produzieren, als ob ich am Band stehe und ein Auto zusammenschraube, nur das keiner weiß, ob es ein Auto wird oder doch ein Stuhl …? Sich an diese Tipps zu halten mindert die Unsicherheiten meiner Erfahrung nach überhaupt nicht. Im Gegenteil es verstärkt sie nur. Ein echter Teufelskreis, der dazu führt, dass produziert, produziert und produziert wird, ohne dass es sichtbare Erfolge gibt. Frustrierend und unnötig.

Der Freigeist

Das klingt bis dato ja alles irgendwie weniger schön. Als ob ich als Kreative nicht so richtig zu unserer Gesellschaft passe. Und ja, das ist so. Ich würde behaupten, dass Kreative nicht die Pflicht haben, ihren Erfolg in Zahlen auszudrücken. Denn schaue ich mir die Rolle von Autor*innen anhand der Definition des Freigeistes genauer an, wird doch offensichtlich, dass es darum geht, eigenständige Werte zu schaffen, mit denen ich mich persönlich identifiziere. Einen freien Geist haben. Das ist unsere Stärke, wir entsprechen eben nicht dem Standard und werden deshalb argwöhnisch beäugt. Das ist jetzt so, das war schon früher so und das wird wohl immer so bleiben. Das bedeutet nicht, dass wir weniger erfolgreich sind, wird arbeiten nur anders. Zweifel gehören  aus den oben genannten Gründen eben einfach dazu, sie müssen nicht zwingend negativ sein, da sie oft zu neuen Erkenntnissen führen, die (ich werfe das jetzt provokativ in den Raum) Menschen mit einer allzu starren Vorstellung von der Welt nie haben werden. Lange Rede kurzer Sinn: Das Zweifeln gehört zur literarischen Arbeit dazu und macht sie sogar aus. 

+Mika+

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*Hierzu empfehle ich die Artikel zur Insolvenzmeldung von KNV oder aber den Aufschrei bezüglich der Nichtzahlung von Tantiemen in einem Kleinverlag.
**Der Tipp galt für Facebook, jede Social Media Plattform muss anders gepflegt werden, ich habe hier vereinfacht.

Quellen

https://karrierebibel.de/zweifel-skepsis/ (Für und Wider des Zweifelns im Beruf)

https://www.researchgate.net/publication/281754676_Zweifeln_als_Chance_Zweifeln_als_Problem_Sprachliche_Zweifelsfalle_im_Deutschunterricht (Definition)

https://freigeistmanifest.wordpress.com/

Beitragsbild: Mika M. Krüger

Gedanken-Mix

Highlights 2019

Es ist vorbei, das Jahr 2019, in dem ich mir vorgenommen habe, mich auf das Spaßige zu konzentrieren und jeden Druck mit einem Winken beiseite zu wischen. Meinem inneren Kritiker habe ich mutig widersprochen, der Zweiflerin die Stirn geboten und dem Angsthasen Beine gemacht. Der Plan ging auf, am Ende waren da nur noch ich und meine Texte. Was für ein Befreiungsschlag.
An dieser Stelle daher ein wehmütiger Rückblick, denn das vergangene Jahr war für mich erfüllend und aufregend.

Manuskript und dritte Überarbeitung beendet

2018 habe ich begonnen, meinen Schauerroman Goldrote Finsternis zu schreiben und bin kurz vor Weihnachten mit der letzten Überarbeitungsrunde fertig geworden. Das Manuskript liegt bei meinen Testler*innen und nun bin ich gespannt, was sie sagen werden. Ergeben die eingebauten Rätsel alle Sinn, ist der rote Faden erkennbar, werden sie am Ende so überrascht, wie ich es geplant habe? 2020 wird der Roman veröffentlicht und ich hoffe, ich kann euch mitreißen.

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Rückkehr zum Zeichnen und der Malerei

Es gab Zeiten in meinem Leben, da habe ich täglich gezeichnet. Protagonistinnen aus meinen Büchern, Drachen, Zauberwesen. Seit einigen Jahren ist mir die Leidenschaft dafür abhanden gekommen, das berühmte weiße Blatt hat mich meist vorwurfsvoll angestarrt und ich konnte nur mal hier und da ein paar Skizzen entwerfen. Dieses Jahr löste sich ein Knoten. Ich habe die Handlungsorte aus Goldrote Finsternis gezeichnet, Acrylmalerei begonnen und geisterhafte Gestalten auf Leinwand gebannt. Frei nach dem Motto Kunst darf alles und muss gar nichts:

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Die Xylmahr

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Flußwalde und das Wesen aus der Erde.

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Halloween

Leipziger Buchmesse und Buch Berlin 2019

Auch meine beiden liebsten Buchmessen habe ich mir nicht entgehen lassen. Die Leipziger Buchmesse im März ist seit meinen Teenager Jahren ein absolutes Must-Go. Damals mit Cosplay, zwischendurch in der Zeichnerallee vertreten, nun mit Büchern am Stand von Qindie bin ich immer wieder gern dabei und lasse mich zwischen den Buchmenschen treiben. Dieses Jahr forderte die Messe viel Energie. Ich denke, das lag an der Pleite des KNV, die sich unterschwellig auf die Stimmung aller übertragen hat. Das unsichere Murmeln der Kleinverlage, die um ihre Existenz bangen, habe ich genauso vernommen, wie den Unmut von Autor*innen, die ihre Tantiemen nicht ausgezahlt bekamen. Schön war es dennoch durch die Messe zu schlendern, bekannte Gesichter wiederzusehen und bei herrlichem Wetter die untergehende Sonne durch die Glashalle zu bewundern:

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Die Buch Berlin hat dieses Jahr ein neues Standkonzept vorgelegt und sich viel Kritik anhören müssen. Die Hallen sollten bunt durchmischt sein und ich finde persönlich, das hat gut funktioniert. Ein paar kleinere Desaster im Vorfeld (Fehldrucke und fehlender Tisch) stellten meine Freundin Stella Delaney und mich vor ungeahnte Herausforderungen, über die wir am Telefon letztlich jedoch nur noch heftig lachen konnten. Für mich war es allen Widerständen zum Trotz eine großartige Messe an der Seite meiner besten Freundin, mit spaßig-düsteren Standnachbarn (Dandyisdead, Nornennetz) und spannenden Gesprächen. Danke an alle, die dabei waren und mich unterstützt haben:

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Und nun liebe Buchmenschen wünsche ich euch einen erfolgreichen Start ins Jahr 2020, es verspricht rund zu werden und herzlich zu sein. Rockt für mich jede Minute und lasst euch auch dieses Mal nicht unterkriegen.

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Copyright Fotos Mika M. Krüger, Titelbild und Fotos zur Buch Berlin Baki Kilinc.

Aktuelles

Rätsel. Grusel. Buchankündigung.

Lang, lang ist’s her. Zumindest fühlt es sich so an, obwohl von April bis jetzt nur ein paar Monate vergangen sind. Die Tage rasen so schnell an mir vorbei, dass ich mich vor Kurzem dabei ertappte, wie ich verdattert aus dem Fenster schaute und feststellte: Es ist schon wieder Herbst. Also beginne ich mit einer Begrüßung.
Hallo an euch da draußen. Ich hoffe, ihr konntet den Sommer genießen und freut euch trotz schwindender Helligkeit ein wenig auf die dunkle Jahreszeit, die Kerzenschein, Kakao, Lichterketten und Plätzchen bereit hält. Ich für meinen Teil mag es neblig und verregnet, was sicherlich keine Überraschung ist.

Es gibt womöglich ein paar unter euch, die sich noch daran erinnern können, wie ich im Jahr 2016 meine zweite große Veröffentlichung Totenläufer angekündigt habe. Ich verfasste regelmäßige Blogbeiträge über die Entstehung, den aktuellen Schreibstatus und Details zum Buch. Ich hatte viel Freude mit der Promotion und war damals überrascht, wie viel positive Resonanz ich bekam. Gut, ich gebe zu, ich bin immer überrascht, wenn mich jemand zu meinen Büchern befragt, mir ein Lob ausspricht oder überhaupt folgt, ist meine Natur, aber gerade 2016 war in dieser Hinsicht unwahrscheinlich aufregend. Erste Messe, erste Lesungen, erstes Alles. Ich stand ständig unter Strom, war völlig fixiert auf mein Schreiben und Feuer und Flamme für die Dystopie. Wieso ich das hier erwähne? Ich weiß, es gibt Einige, die auf Band zwei warten und es fällt mir wahnsinnig schwer, euch mitzuteilen, dass Band zwei von Totenläufer, also Bezirk Null, nicht meine nächste Veröffentlichung sein wird. Es tut mir leid, in dem Punkt habe ich euch und mich enttäuscht. Ich wollte es längst fertig haben, bin jedoch aufgrund von zahlreichen privaten Umschwüngen, die ich teils hier auf dem Blog erwähnt habe, und der politischen Entwicklung in unserem Land, nicht dazu in der Lage gewesen. Ich war oder bin blockiert. Jetzt wisst ihr es alle. So sieht es aus. Trotzdem habe ich Bezirk Null nie aus den Augen verloren und habe einige gute Ideen, wie ich aus der ursprünglichen Trilogie eine Dilogie machen kann, damit ihr nicht noch einmal ewig warten müsst. Das wollte ich unbedingt kurz klären bevor ich nun zum eigentlichen Thema übergehe. Mein neues Projekt und die nächste Veröffentlichung.

 

Vorhang auf für Rätsel, Grusel und unerklärliche Ereignisse

 

Mein neues Buch wird geheimnisvoll und schaurig. Die Geschichte webt sich um eine Reihe von Rätseln, die entschlüsselt werden müssen. Und nebenbei passieren die merkwürdigsten Sachen. Erdbeben, Feuer, verwirrte Leute. In einigen wenigen Posts auf Facebook, Instagram oder auch Twitter gab es kleine Hinweise, worum es genau gehen wird. Die Rede war von einem Dorf namens Flußwalde, von einem Eichhörnchen, einem Wesen namens Xylmahr und irgendwas mit einer Farbe, die es so gar nicht gibt. Nur wie passt das eigentlich zusammen und gibt es da überhaupt einen Zusammenhang? Das erfahrt ihr im Buch.

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Wie wird das Buch heißen?

Die Titelfindung für eine Neuveröffentlichung stellt mich immer wieder vor Herausforderungen. Einerseits möchte ich nicht zu viel verraten, andererseits aber genug, damit ihr euch ein Bild machen könnt. Als selbstverantwortliche Autorin obliegt mir die Entscheidung, wie ich mein Projekt nenne, was unendlich viele Möglichkeiten eröffnet. Es gibt auf der anderen Seite allerdings auch niemanden, der mich vor einem Fauxpas bewahrt. Das hat Vor- und Nachteile. Ich befolge bei meiner Titelwahl daher die simple Regel: Such dir etwas Kurzes und Aussagekräftiges, was zu deinem Schreibstil passt. Besonders Zwei-Wort-Titel* haben es mir angetan. Kristallene Realität, Sieben Raben, Todschwarzes Meer,  Toten-Läufer (ganz klar zwei Wörter zu erkennen!) und nun …

Goldrote Finsternis. Das ist der Titel, unter dem mein neuer Roman 2020 erscheinen wird. Ich kann es kaum erwarten, euch das fertige Produkt zu zeigen, denn ungeachtet dessen, dass ich hier noch gar nicht darüber geschrieben habe, ist viel Kraft und Energie hinein geflossen, genauso wie Tränen und Blut.

Auf den ersten Blick ist der Titel eine ungewöhnliche Wortkombination, denn die Finsternis hat bekanntlich keine Farbe. Sie existiert dann, wenn das Licht vollständig fehlt. Und ohne Licht keine Farbe. Zumindest nach der naturwissenschaftlichen Logik, aber wie es mit Logik so ist, kann sie unter neuen Kriterien variieren. Für eine Figur aus meinem Roman hat die Finsternis eine Farbe und der Titel richtet sich nach der Weltsicht dieser Figur.
Ich muss sagen, mit dem „Gold“ habe ich mich anfangs schwer getan, denn es gibt im Augenblick einen Trend, dieses Metall in Büchern zu benutzen, und ja, ich wehre mich normalerweise vehement gegen Trends. „Tod dem Mainstream“ war schon immer mein Prinzip. Aber wir sehen ja, was mit herausgequälten Alternativen passiert, die entwickeln ein unerträgliches Eigenleben, daher bleibe ich bei meinem Plan und hoffe, ihr findet den Titel genauso spannend wie ich.

Weitere Neuigkeiten demnächst hier auf dem Blog.

++Mika++

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*bei Kurzgeschichten tendiere ich zu längeren Titeln, häufig ist jedoch etwas Düsteres enthalten oder gar ein Widerspruch.

 

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