Aktuelles

Goldrote Finsternis

Am 22.09. ist mein dritter Roman „Goldrote Finsternis“ offiziell erschienen. Ein paar Tage sind bereits ins Land gegangen. Es ist damit an der Zeit, hier auf dem Blog ein bisschen zu resümieren und euch mein Buch vorzustellen.

Worum geht es im Buch?

Goldrote Finsternis ist ein Mystery-Roman mit Gruselelementen. Es gibt ungewöhnliche Begebenheiten, Rätsel und schaurige Geheimnisse. Passend zum Herbst sind Nebel, Regen, ein Eichhörnchen und die Farben Orange, Rot und Gold inklusive.

Klappentext

„Manchmal gelang es mir, das Monster nicht zu sehen. Mich nicht vor ihm zu fürchten. Doch ich wusste, es lag auf der Lauer, um uns auseinanderzureißen wie Beute.“

In Flußwalde ereignet sich Seltsames. Ein Erdbeben schüttelt das Dorf, ein Großbrand zerstört ein Mietshaus und ein Dieb treibt sein Unwesen. Zur gleichen Zeit findet Lois ihren Schützling Ilyan im nahegelegenen Wald, wo er völlig aufgelöst von einer bevorstehenden Katastrophe spricht. Sie ahnt, dass alles irgendwie zusammenhängt und folgt Ilyans Spur aus Rätseln, bis sich ihr Weg in ein schauriges Märchen verwandelt. Kann sie ihrem Verstand noch trauen?

Was war in den letzten Wochen los?

Buchcountdown

Auf Facebook und Instagram gab es einen acht-tägigen Countdown bis zur Veröffentlichung. Jeden Tag habe ich ein Detail über mein Buch enthüllt. Es ging um den Handlungsort, die Idee, das Cover und die Protagonistin Lois Jäger. Es hat Spaß gemacht, noch einmal in mich zu gehen und mir klarzuwerden, weshalb ich die Geschichte überhaupt erzählen wollte.


Erste Rezensionen

Die ersten Rezensionen sind bereits eingetroffen und haben mich sehr glücklich gemacht, denn es wurde viel Positives gesagt. Da ich ein paar Rezensionsexemplare an Blogger*innen verschickte habe, bin ich unglaublich gespannt, welche Reaktionen es noch geben wird. Gefällt die Geschichte? Ist sie spannend? Konnte ich euch überraschen?
Rezensionen Lovelybooks und Amazon

Buchparty

Eine Party im eigentlichen Sinn gab es nicht. Stattdessen habe ich mir mit meinem Lebenspartner japanische Ramen gegönnt, im Social Media gefeiert und war mit meiner Freundin im Café. Dort haben wir nicht nur mein Buch gefeiert, sondern auch ihre Neuveröffentlichung von „Seine Sensible Seite„.

___________________

Genre: Mystery | Psycho-Thriller| Horror
Ebook: 3,99€ |Taschenbuch: 10,99€

Thalia | Epubli | Kobo |Amazon

______________________

Copyright Titelbild: Baki Kilinc (bakipictures)

Gedanken-Mix

Freigeist – Zweifel in der literarischen Arbeit

Wer in einem kreativen Beruf arbeitet, kennt sie sehr gut, die Zweifel am eigenen Schaffen. Allein die Vielzahl an persönlichen Blogbeiträgen von Autor*innen zeigt, wie omnipräsent das Thema ist. Auch ich komme in meiner täglichen Arbeit immer wieder an den Punkt, an dem ich mich selbst und meine Tätigkeit in Frage stelle. Daher wird es Zeit, mich einmal näher mit dem Zweifeln zu beschäftigen, was ist es genau und weshalb trifft es Kreative besonders stark?


 

Der arme Poet

Kennt ihr das Bild vom armen Poeten? Es ist ein Ölgemälde des Malers Carl Spitzweg, das einen Schriftsteller in seiner Dachgeschosswohnung zeigt. Ein Regenschirm ist aufgespannt, um Wasser abzuhalten, das durch das Dach tropft. Eine einsame Wäscheleine mit löchrigem Trockentuch hängt mitten im Raum, das Bett ist eine Matratze, der Ofen stößt an die Füße und überall liegen Bücher und Zeitungen herum. Das abschreckende Bild eines armen Mannes – könnte man meinen – und brand aktuell, bedenkt man wie wenig Autor*innen*  mit dem Verkauf ihrer Bücher verdienen*. Oder hart ausgedrückt, wie wenig diese Form der Arbeit in unserer Gesellschaft wertgeschätzt wird. Wie oft sie sogar belächelt wird, solange man keinen nennenswerten Erfolg damit hat. Ich möchte die Vermutung aufstellen, dass die Sicht auf das Gemälde von Spitzweg stellvertretend für den Ursprung des Zweifelns an der kreativen Arbeit von Autor*innen steht. Zuerst jedoch eine Definition.

Der arme Poet.JPG
„Der arme Poet“, Carl Spitzweg 1839


Definition

Zweifeln. Im Wortsinn bezieht sich Zweifeln auf eine Unsicherheit in uns, die sich um Entscheidungen, Taten, Vertrauen oder auch Fähigkeiten beziehen kann. Ist das, was ich tue sinnvoll, ist es überhaupt richtig? Ich möchte behaupten, gerade dann, wenn uns etwas besonders wichtig ist, zweifeln wir am meisten. Während das reine Zweifeln nur eine vorübergehende Unsicherheit darstellt, ist das Verzweifeln ein kaum zu ertragender Zustand. Die Zweifel werden so groß, dass kein Ausweg  mehr möglich ist.

Freigeist. Das Wort entstand im 18. Jahrhundert und wurde negativ konnotiert benutzt, um Personen zu bezeichnen, die sich abseits von religiösen Glaubensvorstellungen bewegten. Heute hat er eine positive Bedeutung, die eng mit dem Gedanken verbunden ist, sich eigenständig Werte und Moralvorstellungen, unabhängig von festen Vorstellungen, aneignen zu können. Es handelt sich also um eine Personengruppe, die sich nicht in die gegebene Gesellschaft einfügt, sondern vielmehr außen Vor sind.

„Der neuzeitlich im Positiven benutzte Begriff Freigeist beinhaltet die Intention, sich eigenständig über persönliche sowie gesellschaftspolitisch liberale Werte zu identifizieren und auszudrücken. “ (wertsysteme.de)


 

Nicht die Butter vom Brot nehmen lassen

Es ist kein Geheimnis, dass wir uns in einer Gesellschaft befinden, die auf Produktivität und Gewinn ausgerichtet ist. Erfolg wird daran gemessen, wie viel finanzielles Kapital wir besitzen, ob wir ein großes Haus haben, ein Auto oder anderes, das zeigt, was wir haben. Das sind Standards, die sich im Rahmen der Industrialisierung und der boomenden Nachkriegszeit immer mehr verfestigt haben. Sie haben ältere, glaubensgeprägte Normen abgelöst. Zahlen drücken in unserer Zeit aus, wie unsere Fähigkeiten zu bewerten sind. Ob das unser Einkommen ist, die Anzahl von Freunden auf Social Media Plattformen oder Noten in der Schule. Immer müssen sichtbare Beweise erbracht werden, damit wir Anerkennung bekommen. Das heißt, wer als Autorin wenig verdient oder zum Beispiel seine Tätigkeit durch einen Brotjob finanziert, sich also vom Schreiben keine nachweislichen Güter kaufen kann, hat keinen Erfolg. In dem Sinne ist eine der beliebtesten Fragen an Autor*innen „Wie viel verdienst du denn mit den Büchern?“ Wer darauf keine Antwort hat, herumdruckst oder z. B. antwortet: „Fast nichts, denn das Verlagsgeschäft ist hart“ wird in seiner Tätigkeit häufig nicht ernst genommen. Die Zweifel sind vorprogammiert. Hobby vs. Beruf sind hier die Schlagworte, dabei gibt es durchaus andere, wichtige Parameter für den Wert von kreativer Arbeit. Die Tiefe der Gedanken, die literarische Qualität oder die Kunst Worte neu zu erfinden. Doch davon ist eher selten die Rede. Manch eine Autor*in bringt jährlich drei Bücher heraus, um einen nennenswerten Verdienst zu generieren – Moderne Fließbandarbeit.

Kommen wir zurück zu den Zweifeln. Nach der oben stehenden Definition sind sie negativ zu bewerten, denn sie bilden ein Kontra zum selbstbewusst auftretenden Menschen. Wer zweifelt, sprich unsicher ist, zeigt Schwäche, und Schwäche ist schlecht. Schwach sein heißt, sich die Butter vom Brot nehmen zu lassen und am Ende mit Nichts dazustehen. Wer so dumm ist, das zuzulassen, hat, zugespitzt, selbst Pech. Dieses Modell des „der Stärkere siegt“, ist für Kreative sehr ermüdend.

Produktion ohne sichtbaren Erfolg

Der arme Poet, der höchstens mal ein Buch pro Jahr produziert, wenig besitzt und noch weniger Geld hat, ist nach unseren Standards also ein Verlierer. Kaum jemand wird sich sein Los wünschen. Kein Wunder also, dass Fragen à la „Wie habe ich Erfolg?“, „Was ist Erfolg?“, „Muss ich einen Bestseller schreiben, um Autor*in zu sein?“ einen zum Verzweifeln bringen können. Aus diesem Grund wachsen Ratgeber aus dem Boden, die mit Tipps dazu nur so um sich werfen. Da wird zum Beispiel gesagt, wie oft Autor*innen auf Social Media Kanälen Beitrage teilen sollen, damit sie mehr Reichweite bekommen, also sichtbare Beweise ihres Erfolgs liefern können. Ich erinnere mich noch dunkel daran, dass es die magische Zahl von drei Beiträgen pro Tag zu einer festen Uhrzeit als Tipp gab (morgens, mittags, abends). Angenommen ich bin auf Facebook, Instagram, Twitter und meiner eigenen Webseite aktiv. Wenn ich also davon ausgehe, ich müsste auf allen vier Plattformen** täglich drei Beiträge veröffentlichen, komme ich auf die Zahl von zwölf. Zwölf Postings pro Tag, die je nach Plattform in Umfang und Gehalt differieren und bitte auch noch jeweils anders sein müssen. Für ein Posting brauche ich mindestens zehn bis zwanzig Minuten. Rechne ich das mal zwölf ergibt sich eine Summe, die nicht zu schaffen ist. Bei einem Vortrag zum Thema vor etwa drei Jahren fragte ich einen der Vortragenden, was genau ich denn als Autorin zum Beispiel für Inhalte teilen soll, damit sie interessant sind. Seltsamerweise gab es darauf keine Antwort. Hauptsache irgendwas. Zahlen, Zahlen, Zahlen. Auf Knopfdruck produzieren, als ob ich am Band stehe und ein Auto zusammenschraube, nur das keiner weiß, ob es ein Auto wird oder doch ein Stuhl …? Sich an diese Tipps zu halten mindert die Unsicherheiten meiner Erfahrung nach überhaupt nicht. Im Gegenteil es verstärkt sie nur. Ein echter Teufelskreis, der dazu führt, dass produziert, produziert und produziert wird, ohne dass es sichtbare Erfolge gibt. Frustrierend und unnötig.

Der Freigeist

Das klingt bis dato ja alles irgendwie weniger schön. Als ob ich als Kreative nicht so richtig zu unserer Gesellschaft passe. Und ja, das ist so. Ich würde behaupten, dass Kreative nicht die Pflicht haben, ihren Erfolg in Zahlen auszudrücken. Denn schaue ich mir die Rolle von Autor*innen anhand der Definition des Freigeistes genauer an, wird doch offensichtlich, dass es darum geht, eigenständige Werte zu schaffen, mit denen ich mich persönlich identifiziere. Einen freien Geist haben. Das ist unsere Stärke, wir entsprechen eben nicht dem Standard und werden deshalb argwöhnisch beäugt. Das ist jetzt so, das war schon früher so und das wird wohl immer so bleiben. Das bedeutet nicht, dass wir weniger erfolgreich sind, wird arbeiten nur anders. Zweifel gehören  aus den oben genannten Gründen eben einfach dazu, sie müssen nicht zwingend negativ sein, da sie oft zu neuen Erkenntnissen führen, die (ich werfe das jetzt provokativ in den Raum) Menschen mit einer allzu starren Vorstellung von der Welt nie haben werden. Lange Rede kurzer Sinn: Das Zweifeln gehört zur literarischen Arbeit dazu und macht sie sogar aus. 

+Mika+

___________

*Hierzu empfehle ich die Artikel zur Insolvenzmeldung von KNV oder aber den Aufschrei bezüglich der Nichtzahlung von Tantiemen in einem Kleinverlag.
**Der Tipp galt für Facebook, jede Social Media Plattform muss anders gepflegt werden, ich habe hier vereinfacht.

 

Quellen

https://karrierebibel.de/zweifel-skepsis/ (Für und Wider des Zweifelns im Beruf)

https://www.researchgate.net/publication/281754676_Zweifeln_als_Chance_Zweifeln_als_Problem_Sprachliche_Zweifelsfalle_im_Deutschunterricht (Definition)

https://freigeistmanifest.wordpress.com/

Header-Foto

Davide Simonelli von Flickr.com

 

Gedanken-Mix

Highlights 2019

Es ist vorbei, das Jahr 2019, in dem ich mir vorgenommen habe, mich auf das Spaßige zu konzentrieren und jeden Druck mit einem Winken beiseite zu wischen. Meinem inneren Kritiker habe ich mutig widersprochen, der Zweiflerin die Stirn geboten und dem Angsthasen Beine gemacht. Der Plan ging auf, am Ende waren da nur noch ich und meine Texte. Was für ein Befreiungsschlag.
An dieser Stelle daher ein wehmütiger Rückblick, denn das vergangene Jahr war für mich erfüllend und aufregend.

Manuskript und dritte Überarbeitung beendet

2018 habe ich begonnen, meinen Schauerroman Goldrote Finsternis zu schreiben und bin kurz vor Weihnachten mit der letzten Überarbeitungsrunde fertig geworden. Das Manuskript liegt bei meinen Testler*innen und nun bin ich gespannt, was sie sagen werden. Ergeben die eingebauten Rätsel alle Sinn, ist der rote Faden erkennbar, werden sie am Ende so überrascht, wie ich es geplant habe? 2020 wird der Roman veröffentlicht und ich hoffe, ich kann euch mitreißen.

IMG_20191124_095530_110

Rückkehr zum Zeichnen und der Malerei

Es gab Zeiten in meinem Leben, da habe ich täglich gezeichnet. Protagonistinnen aus meinen Büchern, Drachen, Zauberwesen. Seit einigen Jahren ist mir die Leidenschaft dafür abhanden gekommen, das berühmte weiße Blatt hat mich meist vorwurfsvoll angestarrt und ich konnte nur mal hier und da ein paar Skizzen entwerfen. Dieses Jahr löste sich ein Knoten. Ich habe die Handlungsorte aus Goldrote Finsternis gezeichnet, Acrylmalerei begonnen und geisterhafte Gestalten auf Leinwand gebannt. Frei nach dem Motto Kunst darf alles und muss gar nichts:

IMG_20191003_205745_820
Die Xylmahr

PhotoEditor_20190302_090632159
Flußwalde und das Wesen aus der Erde.

DSC_0248
Halloween

Leipziger Buchmesse und Buch Berlin 2019

Auch meine beiden liebsten Buchmessen habe ich mir nicht entgehen lassen. Die Leipziger Buchmesse im März ist seit meinen Teenager Jahren ein absolutes Must-Go. Damals mit Cosplay, zwischendurch in der Zeichnerallee vertreten, nun mit Büchern am Stand von Qindie bin ich immer wieder gern dabei und lasse mich zwischen den Buchmenschen treiben. Dieses Jahr forderte die Messe viel Energie. Ich denke, das lag an der Pleite des KNV, die sich unterschwellig auf die Stimmung aller übertragen hat. Das unsichere Murmeln der Kleinverlage, die um ihre Existenz bangen, habe ich genauso vernommen, wie den Unmut von Autor*innen, die ihre Tantiemen nicht ausgezahlt bekamen. Schön war es dennoch durch die Messe zu schlendern, bekannte Gesichter wiederzusehen und bei herrlichem Wetter die untergehende Sonne durch die Glashalle zu bewundern:

DSC_0881.JPG

DSC_0879.JPG

Die Buch Berlin hat dieses Jahr ein neues Standkonzept vorgelegt und sich viel Kritik anhören müssen. Die Hallen sollten bunt durchmischt sein und ich finde persönlich, das hat gut funktioniert. Ein paar kleinere Desaster im Vorfeld (Fehldrucke und fehlender Tisch) stellten meine Freundin Stella Delaney und mich vor ungeahnte Herausforderungen, über die wir am Telefon letztlich jedoch nur noch heftig lachen konnten. Für mich war es allen Widerständen zum Trotz eine großartige Messe an der Seite meiner besten Freundin, mit spaßig-düsteren Standnachbarn (Dandyisdead, Nornennetz) und spannenden Gesprächen. Danke an alle, die dabei waren und mich unterstützt haben:

buchberlin2019_6

buchberlin2019_9.jpg

Und nun liebe Buchmenschen wünsche ich euch einen erfolgreichen Start ins Jahr 2020, es verspricht rund zu werden und herzlich zu sein. Rockt für mich jede Minute und lasst euch auch dieses Mal nicht unterkriegen.

______________________________________________________

Copyright Fotos Mika M. Krüger, Titelbild und Fotos zur Buch Berlin Baki Kilinc.

Aktuelles

Rätsel. Grusel. Buchankündigung.

Lang, lang ist’s her. Zumindest fühlt es sich so an, obwohl von April bis jetzt nur ein paar Monate vergangen sind. Die Tage rasen so schnell an mir vorbei, dass ich mich vor Kurzem dabei ertappte, wie ich verdattert aus dem Fenster schaute und feststellte: Es ist schon wieder Herbst. Also beginne ich mit einer Begrüßung.
Hallo an euch da draußen. Ich hoffe, ihr konntet den Sommer genießen und freut euch trotz schwindender Helligkeit ein wenig auf die dunkle Jahreszeit, die Kerzenschein, Kakao, Lichterketten und Plätzchen bereit hält. Ich für meinen Teil mag es neblig und verregnet, was sicherlich keine Überraschung ist.

Es gibt womöglich ein paar unter euch, die sich noch daran erinnern können, wie ich im Jahr 2016 meine zweite große Veröffentlichung Totenläufer angekündigt habe. Ich verfasste regelmäßige Blogbeiträge über die Entstehung, den aktuellen Schreibstatus und Details zum Buch. Ich hatte viel Freude mit der Promotion und war damals überrascht, wie viel positive Resonanz ich bekam. Gut, ich gebe zu, ich bin immer überrascht, wenn mich jemand zu meinen Büchern befragt, mir ein Lob ausspricht oder überhaupt folgt, ist meine Natur, aber gerade 2016 war in dieser Hinsicht unwahrscheinlich aufregend. Erste Messe, erste Lesungen, erstes Alles. Ich stand ständig unter Strom, war völlig fixiert auf mein Schreiben und Feuer und Flamme für die Dystopie. Wieso ich das hier erwähne? Ich weiß, es gibt Einige, die auf Band zwei warten und es fällt mir wahnsinnig schwer, euch mitzuteilen, dass Band zwei von Totenläufer, also Bezirk Null, nicht meine nächste Veröffentlichung sein wird. Es tut mir leid, in dem Punkt habe ich euch und mich enttäuscht. Ich wollte es längst fertig haben, bin jedoch aufgrund von zahlreichen privaten Umschwüngen, die ich teils hier auf dem Blog erwähnt habe, und der politischen Entwicklung in unserem Land, nicht dazu in der Lage gewesen. Ich war oder bin blockiert. Jetzt wisst ihr es alle. So sieht es aus. Trotzdem habe ich Bezirk Null nie aus den Augen verloren und habe einige gute Ideen, wie ich aus der ursprünglichen Trilogie eine Dilogie machen kann, damit ihr nicht noch einmal ewig warten müsst. Das wollte ich unbedingt kurz klären bevor ich nun zum eigentlichen Thema übergehe. Mein neues Projekt und die nächste Veröffentlichung.

 

Vorhang auf für Rätsel, Grusel und unerklärliche Ereignisse

 

Mein neues Buch wird geheimnisvoll und schaurig. Die Geschichte webt sich um eine Reihe von Rätseln, die entschlüsselt werden müssen. Und nebenbei passieren die merkwürdigsten Sachen. Erdbeben, Feuer, verwirrte Leute. In einigen wenigen Posts auf Facebook, Instagram oder auch Twitter gab es kleine Hinweise, worum es genau gehen wird. Die Rede war von einem Dorf namens Flußwalde, von einem Eichhörnchen, einem Wesen namens Xylmahr und irgendwas mit einer Farbe, die es so gar nicht gibt. Nur wie passt das eigentlich zusammen und gibt es da überhaupt einen Zusammenhang? Das erfahrt ihr im Buch.

Erstes Zitat April 2019.jpg

Wie wird das Buch heißen?

Die Titelfindung für eine Neuveröffentlichung stellt mich immer wieder vor Herausforderungen. Einerseits möchte ich nicht zu viel verraten, andererseits aber genug, damit ihr euch ein Bild machen könnt. Als selbstverantwortliche Autorin obliegt mir die Entscheidung, wie ich mein Projekt nenne, was unendlich viele Möglichkeiten eröffnet. Es gibt auf der anderen Seite allerdings auch niemanden, der mich vor einem Fauxpas bewahrt. Das hat Vor- und Nachteile. Ich befolge bei meiner Titelwahl daher die simple Regel: Such dir etwas Kurzes und Aussagekräftiges, was zu deinem Schreibstil passt. Besonders Zwei-Wort-Titel* haben es mir angetan. Kristallene Realität, Sieben Raben, Todschwarzes Meer,  Toten-Läufer (ganz klar zwei Wörter zu erkennen!) und nun …

Goldrote Finsternis. Das ist der Titel, unter dem mein neuer Roman 2020 erscheinen wird. Ich kann es kaum erwarten, euch das fertige Produkt zu zeigen, denn ungeachtet dessen, dass ich hier noch gar nicht darüber geschrieben habe, ist viel Kraft und Energie hinein geflossen, genauso wie Tränen und Blut.

Auf den ersten Blick ist der Titel eine ungewöhnliche Wortkombination, denn die Finsternis hat bekanntlich keine Farbe. Sie existiert dann, wenn das Licht vollständig fehlt. Und ohne Licht keine Farbe. Zumindest nach der naturwissenschaftlichen Logik, aber wie es mit Logik so ist, kann sie unter neuen Kriterien variieren. Für eine Figur aus meinem Roman hat die Finsternis eine Farbe und der Titel richtet sich nach der Weltsicht dieser Figur.
Ich muss sagen, mit dem „Gold“ habe ich mich anfangs schwer getan, denn es gibt im Augenblick einen Trend, dieses Metall in Büchern zu benutzen, und ja, ich wehre mich normalerweise vehement gegen Trends. „Tod dem Mainstream“ war schon immer mein Prinzip. Aber wir sehen ja, was mit herausgequälten Alternativen passiert, die entwickeln ein unerträgliches Eigenleben, daher bleibe ich bei meinem Plan und hoffe, ihr findet den Titel genauso spannend wie ich.

Weitere Neuigkeiten demnächst hier auf dem Blog.

++Mika++

__________

*bei Kurzgeschichten tendiere ich zu längeren Titeln, häufig ist jedoch etwas Düsteres enthalten oder gar ein Widerspruch.

 

Fotolizenz erworben über Depositphoto

Aktuelles, Schreibarbeit

Horror: Ein unterschätztes Genre

Im Rahmen einer Facebook Gruppenveranstaltung habe ich mir vor ein paar Monaten das Literaturgenre „Horror“ genauer angesehen. Es ist im Bereich Film/Buch neben Mystery und Dystopie mein absoluter Favorit. Weshalb das so ist, dafür hatte ich lange keine Erklärung, immerhin sollte das Gruselige doch abschrecken. Inzwischen weiß ich, was mich daran so fasziniert. Hier nun meine Liebeserklärung zu einem Genre, das oft als zu brutal, zu unrealistisch und zu ekelhaft gilt.

_____________________

Horror: Die Definition

Horrordefinition.jpg

Genredefinitionen sind nie auf einen kleinen Raum beschränkt, denn ihre Grenzen verschwimmen mit jedem Buch, das neu veröffentlicht wird. Sie verändern sich im Laufe der Zeit, bekommen neue Aspekte und müssen immer als komplexer verstanden werden, als das, was sie augenscheinlich sind. Ich denke daher, Definitionen taugen weniger als starre Regeln, sondern sind vielmehr wiederkehrende Muster. Wer lange Fan eines bestimmten Genres ist, erkennt diese eher und kann eindeutiger verstehen, was das Genre ausmacht. Ich beziehe mich hier auf die Definition des Schriftstellers Todorov.

Horror weist demnach ein wesentliches und verbindendes Muster auf. Die Geschichten beginnen mit einem unerklärlichen Ereignis, das sich im Verlauf der Geschehnisse aufklärt. Während im Krimi der Schwerpunkt meist darauf liegt, ein Ereignis aus kriminalistischer Perspektive aufzudecken, geht es im Horror um Ängste und Protagonisten, die in Situationen geraten, die völlig unlogisch erscheinen. Sie verlieren häufig die Kontrolle über ihre Umwelt und müssen sich inneren und äußeren Gefahren stellen. Ob diese Gefahren nun aus der eigenen Psyche erwachsen, durch einen Geist hervorgerufen werden oder in Form eines Psychopathen daherkommen, spielt keine Rolle. Horror ist nicht zimperlich und verstellt sich nicht, er zeigt, wenn gut gemacht, viele Blickwinkel auf ein und dieselbe Sache. Mary Shelleys Frankenstein ist ein Beispiel dafür. Hier wird ein Monster erschaffen, vor dem sich alle fürchten, doch genauer betrachtet, ist nicht das Monster das Schlechte, wie man annehmen könnte, sondern dessen Erschaffer. Es ist ein Kreislauf aus ungerechter Tat -> unglücklicher Person -> Rache -> Gerechtigkeit. Exakt so wie es in vielen Geistergeschichten der Fall ist (siehe weiter unten).

Todorov unterscheidet aus diesem Grund nach der Form der Erklärung für das unerklärliche Ereignis. Unheimlich heißt, es hat einen realen Ursprung. Bspw. Psycho – die Abhängigkeit zu seiner Mutter bringt Norman Bates nach deren Tod dazu, aus Einsamkeit/Verbitterung Menschen zu töten. Übernatürlich heißt, der Ursprung liegt jenseits des real Erlebten. Bspw. The Grudge – ein Geist setzt sich in einem Haus fest und terrorisiert die neuen Bewohner. Fantastisch heißt, die Erklärung bleibt schwammig, sie basiert auf der Fantasie der LeserIn. Bspw.: The Shining – war es nun das Haus, das Jack in den Wahnsinn trieb oder doch seine Psyche?

Vielleicht seid ihr darüber gestolpert, dass Aliens in der Tabelle oben als reale Erklärung gelten. Über diesen Punkt lässt sich wahrlich streiten. Nach Todorov gelten Aliens nicht als übernatürlich, denn sie kommen aus der Natur und sind nur etwas, was wir noch nicht kennen. Sie existieren irgendwo da draußen mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit.

Horror wird also dadurch spannend, dass es im gesamten Buch keine eindeutige Lösung für das Ereignis gibt. Im Kopf der Leser und Leserinnen entstehen unzählige Bilder, die möglich sein könnten. Die Neugierde treibt einen zum Weiterlesen, denn irgendwie will man ja doch wissen, was im dunklen Raum verborgen liegt (Angstlust). Im Fantasy Genre wird die Welt meist eindeutiger erklärt. Alles hat einen Namen, eine feste Gestalt oder Funktion. Das heißt, im Horrorgenre liegt im Ungewissen die Faszination. Die offene Frage, mit der man sich stundenlang beschäftigt und auf die es niemals eine eindeutige Antwort geben kann und soll.

Ist Horror unrealistisch?

Horror Schreiben Zitat.jpg

Aus einem ersten Impuls heraus wird jeder sofort sagen: „Ja“. Ich möchte widersprechen. Als eingefleischter Fan möchte ich, dass es die Horrorgeschichte möglichst echt ist. Es geht nicht darum, zu schocken und besonders unrealistisch zu sein, obwohl das Überspitzen von Dingen auch einen ironischen Effekt haben kann. In den allermeisten Fällen verbirgt sich hinter einer Horrorgeschichte etwas Psychologisches. Ich vermute, die Verarbeitung, Darstellung von Ängsten oder Erfahrungen. Die Autoren und Autorinnen haben viel Fantasie, weil sie ihre Ängste kennen und ihnen ein Gesicht geben. In meiner Kurzgeschichten „Zähl bis zum Tod“ schrieb ich über eine Frau, die von ihrem Freier ermordet wird, sie rächt sich in Form eines Geistes. Dahinter steckt, und ja, ich werde hier persönlich, die Angst, plötzlich zu sterben und dass nicht durch einen Unfall oder durch die Natur verursacht, sondern bewusst durch jemand Anderen. In so einem Fall würde vermutlich jeder einen Rachegedanken entwickeln und sich vorstellen, was zu tun wäre, damit man als Tote Frieden finden kann. Deshalb ist Horror nicht unrealistischer als andere Genres wie der Liebesroman, in denen es ja eher um Wünsche und deren Erfüllung geht, als um Ängste. Nur womöglich ist es angenehmer, über das Wünschen zu lesen als über die Furcht?
Zudem zeigt die Realität, dass Bösartigkeit existiert, wenngleich sie niemals nur schwarz ist, sondern facettenreich. Anhand des Falles Marjorie Diehl-Armstrong, deren gruselige Gedankengänge in einer Dokumentation gezeigt werden, sieht man die Komplexität dahinter deutlich. Ich kann natürlich nachvollziehen, wenn man sich aus psychohygienischen Gründen nicht mit solchen Themen beschäftigen will – ich meide aus ähnlichen Gründen politische Diskussionen – aber Horror existiert da draußen. Darüber zu lesen, zu schreiben oder es zu sehen gibt mir ein Gefühl von Kontrolle über etwas, was niemals zu kontrollieren ist.

 

Horror ist nicht Dark Fantasy

In einigen Fällen wird Horror mit Dark Fantasy gleichgesetzt. Davon wusste ich bis vor ein paar Monaten nichts, bis es mir jemand sagte und ich es seitdem überall sehe. In meinen Augen ergibt das wenig Sinn. Ich, als eingefleischter Horrorfan würde an einem Dark Fantasy Roman vorbeigehen, weil ich annehmen würde, ein solches Buch trifft nicht meinen Geschmack. Wieso? Weil Fantasy meistens eine fiktive Welt als Grundlage hat. Horror spielt in der Gegenwart, in der realen Welt. Das ist natürlich nicht immer so, aber in den allermeisten Fällen (siehe The Shining, Frankenstein, Dr. Jekyll and Mr. Hyde, The Ring). Es ist ja gerade spannend, dass in unserer echten Welt etwas passiert, das wir nicht erklären können, wohingegen es bei Fantasy größtenteils darum geht, dass in einer anderen Welt (Ausnahme: Urban Fantasy) Dinge zu finden sind, die sich komplett von unserer unterscheiden (Harry Potter, Herr der Ringe, Erdsee). Mir kommt es so vor, als ob viele den Begriff Dark Fantasy nutzen, weil Horror eine starke Negativkonnotation enthält. Als ob ich als Fan oder Autorin dann irgendwie verrückt sein müsste, weil ich in so einem Genre schreibe … Also lieber „Dark Fantasy“, dann ist der Text düster und fantastisch, aber bloß nicht zu extrem. No way, das wäre ja – VERWERFLICH.

 

Wieso Horror den Literaturmarkt bereichert

In Onlinediskussionen  habe ich ab und an mal die Thesen gelesen, dass Horror Kinder verdirbt, ein falsches Weltbild widerspiegelt, krank ist und daher nicht geschrieben werden dürfte. Das wäre wirklich furchtbar, denn dann gäbe es vielleicht keinen Hulk (der wohl auf Dr. Jekyll und Mr. Hyde basiert?) und keine Pyrokinese oder ja, andere ganz verrückte Sachen, die wir so selbstverständlich in unsere Sprache aufgenommen haben, dass wir darüber nicht mehr groß nachdenken. Hier also ein paar Gründe, weshalb Horror den Literaturmarkt bereichert.

Horror ist fantasievoll – Horror lässt mir als Autorin viel Spielraum für Möglichkeiten. Es lassen sich Wesen erschaffen, Motive für Geister, Verkettungen von merkwürdigen Gegebenheiten. Das Ziel ist, die Realität zu biegen, nicht eine Welt abseits der Realität zu schaffen. Das macht Spaß und fühlt sich an wie Inception.

Horror ist gleichberechtigt – Gerade im Horrorgenre sind die Geschlechterrollen gleichberechtigt, weshalb Horrogeschichten beim Bechdeltest besser abschneiden als Geschichten anderer Genres. Das muss ich natürlich mit einer gewissen Ironie betrachten, denn klar, einem Geist ist es völlig egal, wer du bist, wo du herkommst, wie du aussiehst – wichtig ist, was du getan hast. Bad ass girls sind sehr beliebt.

Psychologischer Horror zeigt Klischees und schädliches Verhalten –  Da Horror ein Negativszenario zeigt, das sich so niemand bei klarem Verstand wirklich wünschen kann, ist es wie die Dystopie eine Art Spiegel für Schlechtigkeiten. Was wäre, wenn Person A unter so schweren Bedingungen aufgewachsen wäre – wäre sie dann nicht wie im Buch geworden und sollte uns das nicht zu denken geben, wie wir alle vernünftiger miteinander umgehen? Mir ist klar, manche Lesen Horror als Entertainment, mich hat das aber immer interessiert. Das Motiv und wie wir als Menschen verhindern können, dass jemand so wütend wird.