Wann wir nicht im Vorsatzrausch untergehen

Ich melde mich zurück aus meinem Weihnachts- und Silvesterschlaf und steige ein in ein Thema, das jedes Neujahr erneut die Gemüter erhitzt: Vorsätze. Die einen schwören darauf, die anderen verteufeln sie und die nächsten fragen sich, was daran so besonders sein soll. Doch was zum Teufel treibt uns eigentlich dazu, ausgerechnet zum Neujahr alles ändern zu wollen? Lief doch gerade alles so gut, oder?


Ein Schrei nach Veränderung

Rollen wir das Ganze mal von hinten auf und gehen ein paar Tage in die Vergangenheit. Es ist Silvester. Ihr steht in der kalten Dezemberluft, umgeben von Menschen, die euch wichtig sind. Gemeinsam mit ihnen zählt ihr die Sekunden. …58 …59 …60! Es ist Null Uhr. In der dunklen Nacht blitzen farbenfroh Lichter auf. Ein Feuerwerkgewitter zieht sich über den Himmel und etliche Eindrücken regnen auf euch nieder.* Städte und Dörfer werden zugedeckt mit einem rauchigen Schleier und ihr seid mittendrin. Ein Teil von einem Moment, den hunderte, tausende, Millionen gleichzeitig erleben und feiern. Der erste Tag des neuen Jahres ist angebrochen. Wir setzen die Zeit wortwörtlich auf Null zurück und spüren das auch. Die Energie, die sich am Himmel entlädt, färbt auf uns ab. Und in genau diesem Moment fragen wir uns, was wir letztes Jahr eigentlich so alles gemacht haben. Die Antwort enthält meist eine gewisse Resignation: „Na ja, so richtig was bei rumgekommen ist im letzten Jahr ja nicht … Aber dieses Jahr, dieses Jahr wird hunderprozentig sicher alles anders!“

Warum wir also jedes Jahr aufs Neue etwas ändern wollen, liegt nicht etwa daran, dass wir in die Zukunft blicken können, sondern, weil wir uns an die vergangen Monate erinnern, unzufrieden sind und uns wünschen, alles wäre anders. Im Grunde geht es also um Veränderung. Nur die gibt es nicht umsonst. Selbst der gute alte Weihnachtsmann schenkt sie uns nicht in einem gut verschnürten Paket, an dessen Schleifen wir nur noch ziehen brauchen und schon ist sie da: strahlend neu, die Veränderung! Leider müssen wir sie selbst in die Hand nehmen. Nur wie zum Himmel noch mal, wie? Da schlägt sich der Bogen zum eigentlich Thema, denn unsere Methode, der Veränderung Herr zu werden ist das Festlegen von Vorsätzen.


Vorsätze sind in Wirklichkeit gut getarnte Ziele

 Sich gute Vorsätze für das neue Jahr auszudenken ist absolut essentiell. Denn wer sich keine Ziele steckt, der kann auch nichts erreichen. (utopia.de)

Das sind klare Worte, die ich jederzeit unterschreiben würde. Vorsätze sind Ziele, Ziele sind Vorsätze und wir brauchen sie, um voranzukommen. Wer die Ziellinie nicht vor Augen hat, läuft womöglich in die falsche Richtung.

Bis vor einem Jahr zählte ich mich allerdings noch zu den Menschen, die keine Ziele formuliert haben. Das hatte folgende Gründe: 1) Ich habe es als Stress empfunden, mir selbst Vorsätze auszudenken. Zu einer bestimmten Zeit, etwas tun zu müssen, hatte für mich immer etwas Zwanghaftes an sich 2) Ich war der Ansicht, alles fügt sich von selbst. 3) Ich war mit dem Vorjahr stets zufrieden.

Seit 2015 hat sich das geändert. Ich schreibe mir Ziele als Dauernotiz in mein Handy und behalte sie dadurch immer im Hinterkopf, denn ich möchte etwas erreichen. Vor allem als Autorin. Aber: Ich sage mir selbst, wenn etwas nicht klappt, dann ist es kein Weltuntergang. Es sind meine Ziele, sie sollen mich leiten und mich nicht beherrschen. Damit uns unsere Ziele positiv im neuen Jahr begleiten, sollten sie konkret, realistisch und langfristig geplant sein. Wie man solche Ziele im Detail formulieren kann und warum gerade das wichtig ist, dazu habe ich euch drei Blogartikel herausgesucht, die ihr euch gern anschauen könnt:  ganzwunderbar, Zeitblueten und ein Artikel vom palverlag.


Autoren und Leser – Was machbar und sinnvoll ist

Angehende Autoren sind in der Regel sehr ambitioniert, haben tausend Ideen und wollen am liebsten alles auf einmal. In bester Qualität veröffentlichen, mit einem super Cover, einem noch besseren Lektorat und einem Verlag wie Knaur, Ullstein oder Randomhouse als Unterstützer. Wir wissen alle, dass das ein Traum ist, der sich nur sehr schwer in die Tat umsetzen lässt. Gerade wenn wir etwas kreatives Schaffen wollen, dürfen wir uns nicht selbst unter Druck setzen, denn das hemmt nicht nur die Motivation, sondern auch unsere Ideenvielfalt. Darum ist es wichtig, dass alles Schritt für Schritt geplant wird. Erst das Buch, dann die Bewerbung, im Folgenden die Veröffentlichung und dann das Marketing (obwohl das bereits vor dem Veröffentlichungstermin starten sollte).

Wer Leser ist, will natürlich nicht zwingend etwas mit seiner Tätigkeit „erreichen“. Außer er/sie führt einen Rezensionsblog. Als Leser wollen wir uns viel lieber entspannen, die Realität ausblenden und uns in einer fesselnden Geschichte verlieren. Es ist also nicht unser Ziel, in einer bestimmten Zeit so und so viel zu lesen, obwohl es auch andere Meinungen gibt. Viel eher ist es realistisch, dass wir uns selbst sagen: Ein Mal pro Woche nehme ich mir Zeit für mich und mein Hobby, denke nicht mehr an die Arbeit und beschäftige mich ausschließlich mit etwas, das mir gut tut. Klingt esoterisch, ich weiß, aber fragt euch mal selbst, wie oft euch diese Zeit einfach mal gönnt.


Meine Ziele für das Jahr 2016

Ob ich meine eigenen Grundsätze in die Tat umsetze, könnt ihr hier sehen. Bei Kritik, wisst ihr Bescheid, einfach an die hiesige Autorin wenden. Also, los geht’s:

  • Veröffentliche Hurt No One Teil I (Herbst)
  • Schreibe die Fortsetzung von Hurt No One (Teil II) (bis Dezember)
  • Umzug (egal wann)
  • Werde aktiv in einer offline Schreibcommunity
  • Biete Sieben Raben als Print an (vor März)
  • Sei auf der Leipziger Buchmesse präsent
  • Führe dein Blog aktiv weiter und konzentriere dich mehr auf deine Zielgruppe und das, was sie wirklich lesen wollen (ab sofort)

In dem Sinne verabschiede ich mich und wünsche euch viel Erfolg beim Erfüllen eurer ganz persönlichen Ziele. Lasst euch nicht unterkriegen. Wir lesen uns. Bis dahin.

+ Mika +

Schneeflocke2

Diese Schneeflocke bat mich um eine Fotografie. Ich dachte, ich tue ihr den Gefallen.

 


*Ich weiß, einige von euch mussten arbeiten … Ihr habt mein Mitgefühl.

14 Gedanken zu “Wann wir nicht im Vorsatzrausch untergehen

  1. Ihr habt Schnee? Ich bin eifersüchtig! (Vielleicht kriegen wir Ende der Woche auch welchen… mal abwarten.)

    Deine Vorsatzliste finde ich super. Passt zu dem Zitat, was ich heute gepostet habe: „Sometimes the smallest step in the right direction ends up being the biggest step of your life. Tip Toe if you must, but take a step.“

    I’m tiptoeing a lot lately, aber ich hoffe, ich komme damit auch irgendwo hin.

    Umzug stand übrigens letztes Jahr auf meiner Liste (und ich bin im März umgezogen).
    Auf die Leipziger Buchmesse würde ich auch gerne gehen, hab nur leider wahrscheinlich bis dahin noch kein Buch zum Vorzeigen. Was mich zu meinem wichtigsten Vorsatz bringt: irgendwas fertig kriegen, egal was. Mal schauen, wie das rauskommt.

    Für deine Vorsätze wünsche ich dir auf jeden Fall VIEL ERFOLG.

    Fühl dich umarmt ❤

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    • Ich wünsche dir auch ganz viel Erfolg! Wir gehen einfach ein paar Schritte gemeinsam, dann sind sie nicht ganz so schwer.
      Der Schnee ist heute wieder getaut, aber in den letzten Tagen war es frostig und verschneit, da bin ich losgezogen und ein wenig durch die Winterlandschaft gelaufen. Das hat wirklich gut getan. 🙂
      Und ein Buch, das schaffst du. Ich feuer dich an!

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  2. Hallo,
    der Offline-Schreibcommunity-Vorsatz ist wirklich gut. Es macht sehr viel Spaß auch von anderen Menschen Texte zu hören und man erhält mit jedem Treffen neuen Input und vor allem Ideen. Konstruktive Kritik bekommst du immer, wenn du einen deiner Texte vorträgst. Es ist sehr hilfreich die Meinungen anderer zu Charas, Plot und Emotionen, die sie während des Vorlesens hatten, zu hören.

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    • Ja, und es ist wirklich etwas anderes, sich von Angesicht zu Angesicht auszutauschen. Ende Januar werde ich zum vermutlich zum ersten Mal einen Stammtisch besuchen. Ich war zwar im November anlässlich des NaNo in Hamburg, aber da herrscht ja eine ganz eigene Schreibatmosphäre. Ich bin gespannt.

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  3. Auf die Print-Ausgabe würde ich mich sehr freuen 🙂 das E-Book habe ich zwar schon, aber etwas im Regal stehen zu haben (und dann auch noch mit so einem coolen Cover!) ist dann noch etwas anderes =D das Ebook muss ich mir noch schnappen und durchlesen, doch zur Zeit ist Lern-Phase, danach Schreibphase und Inspirationssuche – ich denke dazwischen ist Lesen angesagt 🙂 wünsche dir viel Erfolg mit deinen Vorsätzen 😉 ich vergesse mir Vorsätze zu nehmen und mache sie dann einfach in dem Moment, in dem sie mir durch den Kopf schießen – manchmal vergesse ich sie allerdings danach direkt wieder 😀 mal schauen, wie es bei dir klappt 😉
    X Sarah

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    • Danke nochmal für das Lob zum Cover. Ich habe es ja mit einem Freund zusammen entwickelt, der einen sehr großen Anteil daran hat, dass es so gut geworden ist.
      Ich habe mir wirklich eine lange Zeit keine konreten Ziele gesetzt und alles so spontan entschieden wie du. Nur hab ich gemerkt, dass ich dadurch die wichtigen Dinge oft vergesse und hinten an stelle. Daher mein Umdenken. Muss mich da wirklich zusammenreißen. Alles auf einmal geht eben nicht.
      Bist du in Leipzig auf der Buchmesse da?

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  4. Deine Vorsätze gefallen mir und passen fast sogar ein wenig zu meinen eigenen Vorsätze. Allerdings nehme ich mir für die Veröffentlichung dieses Mal mehr Zeit und so ist mein anvisiertes Ziel Sommer 2017, aber bei mir sind es dann auch sechs Bände und nicht nur einer 🙂
    Du musst mal von Deinen offline Schreibcommunity Erfahrungen berichten. Ich habe mal vor Jahren versucht an regelmäßigen Treffen teilzunehmen, aber das hat mich sehr schnell genervt. Vielleicht war ich einfach noch nicht so weit oder es war die falsche Gruppe. Ich bin also eine gespannte Zuhörerin.
    Die Leipziger Buchmesse schaff ich mal wieder nicht. Dafür versuch ich mir die Frankfurter zu gönnen. Auch wenn jeder sagt, Leipzig wäre schöner 😉

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  5. „Konkret, realistisch und langfristig geplant.“ Da habe ich geschmunzelt, weil sehr ähnlich formuliert es auch das Toyota Business System. Ich hoffe aber, liebe Mika, dass du noch nicht auf diesem Weg der Prozessoptimierung unterwegs bist. Ein tolles und kreatives Jahr 2016 wünscht Ralf.

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    • Ach echt? Nein, so ist das nicht gedacht und von einer Optimierung bin ich weit entfernt. Hauptsache, ich komme meinen Zielen etwas näher. 😛 Danke für den Kommentar. Und natürlich wünsche ich dir auch ein kreatives Jahr. Am besten ohne strikten Optimierungsplan.

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