Aktuelles, Gedanken-Mix

Ihr seid gefragt (Umfrage geschlossen)

Liebe Freunde, Autorenkollegen, Follower und zufällig auf diesen Blog Gestoßene,

ich brauche eure Hilfe. Derzeit sitze ich an den Vorbereitungen zu meinem Sci-Fi Projekt „Hurt No One“ anlässlich des NaNoWriMo. Die Geschichte wird in einer fiktiven Stadt spielen, in der sich zwei Parteien bekämpfen. Auf der einen Seite steht die Stadtverwaltung, auf der anderen gibt es eine Organisation, die mit allen Mitteln versucht, die Stadtverwaltung zu stürzen.

Ohne ins Detail gehen zu wollen, kann die zweite Organisation als aggressiv rebellisch betrachtet werden. Sie planen Angriffe auf Gebäude der Stadt, legen Bomben und scheuen sich nicht vor zivilen Opfern, solange das große Ziel erreicht wird. Das besteht vorrangig darin, die Unterdrückung einer bestimmten Minderheit in der Stadtbevölkerung aufzuhalten. Was nur möglich ist, indem eine neue Verwaltung eingesetzt wird.

Leider habe ich mir nun schon einige Zeit den Kopf darüber zerbrochen, welchen Namen diese Organisation tragen soll, aber ich komme zu keinem Ergebnis. Da dachte ich mir, warum nicht euch fragen. Wenn ihr kurz Zeit habt, bitte ich euch, meine Vorschläge zu lesen und jene Namen in der Umfrage anzukreuzen, die euch vom „Gefühl“ her am ehesten zusagen. Solltet ihr alle furchtbar finden und euch kommt spontan eine grandiose Idee, dann schreibt sie doch einfach als Kommentar unter diesen Post.

Edit: Die Umfrage ist seit dem 07. November 2015 beendet. Insgesamt haben sich 19 Leute beteiligt. Am Ende habe ich mich für REKA (Revolution des kalten Sturms) entschieden. Ich bedanke mich für eure Teilnahme. ❤

+ Mika +

Silver Coin 203

Mein Projekt beim NaNoWriMo …

… und eine Schreibnacht auf Facebook …

HurtNoOne_NaNoWriMo

Wie angekündigt werde ich in diesem Jahr am NaNoWriMo teilnehmen. Hiermit lasse ich nun die Katze aus dem Sack. Das Projekt mit dem ich mein Glück versuche, trägt den vorläufigen Titel „Hurt No One“ und ist eine Science-Fiction Story über zwei Menschen, deren Schicksal sich durch Zufall miteinander verwebt. Zwei Antihelden, die in den blutigen Kampf zweier Parteien gerissen werden, sich auf gegnerischen Seiten befinden, aber am Ende Hand in Hand gegen ihre Unterdrückung und für ihre Freiheit kämpfen.

Wie es der Zufall wollte, habe ich gestern dann an einer Schreibnacht auf Facebook teilgenommen und mich der dort gestellten Schreibaufgabe gewidmet. Diese lautete: Schreibe einen Dialog zwischen dem Protagonist und dem Antagonist deiner Story. Das war nicht ganz einfach, denn bisher hatte meine Antagonistin weder ein Gesicht noch einen Charakter.

Ob mir der Dialog gelungen ist oder nicht, davon könnt ihr euch selbst überzeugen. Sollten Verdauungsproblemen beim Konsum der Kost auftreten, wendet euch vertrauenswürdig an die Autorin. ;P


„Amanda war kein Name, der zu ihr passte. In einem kantigen Gesicht mit leichengrauer Haut, ruhten stechend kalte Augen, die ihre Umgebung bestens im Griff hatten. Niemand gab sich freiwillig mit einer Frau wie Amanda ab. Ihm aber blieb keine Wahl. Neel setzte sich auf den Stuhl, den sie ihm schon vor seiner Ankunft zurechtgeschoben hatte und wartete.

„Ich habe gehört, dass du nicht funktioniert hast“, sagte Amanda, nachdem sie ihn eine Weile betrachtet hatte.

Bin wohl eingerostet, wollte er entgegnen, aber seine Ironie blieb ihm im Hals stecken. Wenn er Pech hatte, würde Amanda an einer Strippe ziehen und alles war vorbei. Hätte er es doch einfach sein lassen. Zu spät. Da musste er jetzt durch.

„Ich war nicht bei der Sache.“, log Neel.

„Du warst also nicht bei der Sache. Wie kann ich mir das genau vorstellen, Soldat?“

„Ihre Leiche ist ins Meer gestürzt und als ich es bemerkt habe, war sie im Dunkeln nicht mehr zu sehen. Es war ein Fehler und kommt nicht wieder vor.“

Amandas Hände ruhten auf dem Tisch. In ihrer Miene lag der Ausdruck abschätziger Missbilligung. Wenn Amanda am Ruder saß, ging nichts schief. Das war ausgeschlossen. Zumindest in der Theorie.

„Wir tolerieren kein Fehlverhalten, Soldat. Ich hatte angenommen, das ist dir bewusst. Also stellt sich mir die Frage, wieso du einem Befehl nicht Folge geleistet hast.“

„Ich habe den Befehl befolgt. Die Zielpersonen sind tot. Es ist nur etwas danebengegangen. Fehler sind menschlich. Kann mal passieren. Kommt nicht wieder vor.“

Jetzt wurde ihre Miene zu Stahl.

„Fehler … sind … menschlich“, wiederholte sie. „Um eins klarzustellen, Soldat, du bist weder ein Mensch noch hast du das Recht, dir Menschlichkeit zu erlauben. Du bist eine Maschine, die zu funktionieren hat. Wie ein Rädchen in einer Uhr, das ganz leicht austauschbar ist. Willst du das abstreiten?“

„Nein.“

„Gut. Mach dir das bewusst, wenn du das nächste Mal einen Auftrag hast. Mach dir bewusst, dass ich dich ganz einfach gegen ein neues, funktionierendes Rädchen austauschen kann.“

Neel fragte sich, ob Amanda deshalb so eindrücklich sprach, weil sie glaubte, ihn dadurch besser manipulieren zu können. Innerlich zog er den Revolver aus dem Halfter an seiner Hose, richtete ihn auf sie und schoss. Was für eine Genugtuung. Äußerlich blieb er ruhig.

Amanda schaltete das Display ein, das in den Tisch eingelassen war und schob mit den Fingern Dokumente beiseite. Ein Blatt vergrößerte sie und drehte es, damit er es sehen konnte.

„Dein Vertrag.“ Natürlich kam sie ihm damit. Ihr dürrer Finger tippte auf seine krakelige Unterschrift. „Steht da irgendetwas von Fehlern und Menschlichkeit?“

„Nein.“

„Richtig. Natürlich nicht. Streich diese beiden Wörter aus deinem Wortschatz. Sie existieren nicht. Nicht für einen Soldat wie dich. Es gibt einen Befehl, einen Auftrag und am Ende zählt nur das Ergebnis. Und heute fehlt uns einer auf der Liste. Dieser jemand ist spurlos verschwunden. Das ist inakzeptabel. Niemand kümmert sich darum, was in deinem erbsengroßen Gehirn vorgegangen ist, dass es so weit kam. Sind wir uns da einig?“

„Natürlich.“

„Gut, dann haben wir das geklärt. Du kannst gehen.“

Er stand auf, neigte sich zum Abschied und ging zur Tür. Gerade als er auf dem Absatz stand, meinte Amanda beiläufig: „Ach, ich hätte es fast vergessen. Deine Mutter war sehr aufgelöst als sie hörte, dass du derjenige bist, den sie den Totenläufer nennen.“

Neel erstarrte in der Bewegung. Sein Herz wurde kalt in der Brust und zitterte. Sie hatte mit seiner Mutter gesprochen. Persönlich. So weit war es also.

„Ich habe keinen Kontakt mehr zu meiner Familie“, brachte er hervor.

„Das ist wirklich sehr schade. Ihre Stimme war weich wie Butter. Eine entzückende Person. Nun denn, Neel, alles weitere folgt bei der Besprechung um fünfzehn Uhr.“

Er ging ohne ein weiteres Wort.

Als er draußen im Flur war, achtete er auf die Kameras. Ihm durfte sein Gesicht nicht entgleiten. Er musste durchhalten, zumindest bis er draußen auf der Straße war. Diese Frau. Sie kannte ihn perfekt. Seine Ängste, seine Zweifel. Er konnte nur hoffen, dass sie die Wahrheit nicht schon kannte, denn die Zielperson war nicht tot. Er hatte sie laufen lassen. „


Und wer sich jetzt noch neugierig ist, wie ich auf diesen den Buchtitel gekommen bin, der schaut sich einfach das Musikvideo der Band The Used an. Dieses Lied hat mich überhaupt erst auf die Idee zum neuen Projekt gebracht. Musik regiert die Welt!

Ich wünsche euch noch einen angenehmen Restsonntag

+ Mika +


PS: Und nein, ich habe nicht schon vor November mit dem Schreiben an meinem Roman begonnen. Diesen Dialog wird es sehr wahrscheinlich nie in die Endfassung von „Hurt No One“ schaffen.

Gedanken-Mix

Wieso ich am NaNoWriMo teilnehme …

… und keinen Bestseller schreiben will …

NaNoWriMo_header

Ist euch in den letzten Tag das Kürzel Na-No-Wri-Mo aufgefallen und ihr wisst nicht, worum es geht? Keine Angst, ihr seid nicht allein. Bis vor einem Monat wusste ich auch noch nicht, was sich hinter diesen neun Buchstaben verbirgt. In diesem Beitrag erkläre ich kurz, was NaNoWriMo ist, warum ich teilnehme und wieso dieses Projekt für Autoren durchaus einen Sinn hat.


Was ist NaNoWriMo?

Das kryptische Kürzel bedeutet ausgeschrieben National Novel Writing Month und ist ein Schreibprojekt, an dem jährlich mehrere Tausend Menschen teilnehmen. Wie der Name verrät, geht es darum, innerhalb eines Monats einen Roman zu schreiben. Dabei sollte der Roman mindestens 50.000 Wörter umfassen, kann aber gern länger sein. Seit 1999 gibt es das Projekt und es ist, obwohl in den USA ins Leben gerufen, längst eine internationale Veranstaltung. Jedes Jahr im November finden sich Schreibende aus der ganzen Welt zusammen, motivieren sich gegenseitig und verfassen „Ihren Roman“. Für einige ist es das erste Werk, für manche das zehnte Jahr in Folge beim NaNoWriMo. Ich werde dieses Jahr als Neuling mit einsteigen. Wieso, warum, weshalb. Dazu gleich mehr.


Was für einen Sinn hat das Projekt eigentlich?

Werden sich einige von euch fragen. Innerhalb von dreißig Tagen einen Roman zu schreiben, klingt nach einem unmöglichen Wettkampf und nicht nach einem realistischen Ziel. Kreativität lässt sich ja nicht steuern und sollte auch nicht unter Druck heraufbeschworen werden. Das ist vollkommen richtig. Beim NaNoWriMo geht es allerdings nicht darum, einen druckreifen Roman zu schreiben. Und noch weniger ist es das Ziel, unter Druck gesetzt zu werden. Der zeitliche Rahmen macht es möglich, sich intensiv und regelmäßig auf ein Projekt zu konzentrieren. Je weniger Zeit zum Nachdenken bleibt, umso weniger Zweifel kommen auf. Die Frage nach dem: „Ist der Text überhaupt gut genug?“ wird vergessen und es wird einfach geschrieben, weil die Geschichte es verlangt.

Genau das ist, was ich derzeit brauche. Mit meinem aktuellen Projekt Purpurscherben bin ich nicht glücklich. Ein Jahr sitze ich bereits an dem Roman und er müsste an sich nur noch einmal vollständig überarbeitet, den Testlesern übergeben und korrigiert werden. Trotzdem bin ich wie blockiert, weil ich mich ständig frage, ob das Geschriebene überhaupt jemanden interessiert. Ob es überhaupt gut ist. Ob es nicht im Mülleimer landen sollte. Deshalb werde ich mich für einen Monat vollständig auf ein neues Projekt konzentrieren, ohne die Erwartung, dass es perfekt sein muss.


Ein Projekt für Autoren, nicht für Leser

Doch genau da setzt die Kritik an. Bei meiner Recherche zum NaNoWriMo bin ich auf den Artikel „Better yet, don’t write that novel“ der Autorin Laura Miller gestoßen. Dort sagt sie, warum man besser keinen Roman im November schreiben sollte. Da es beim NaNoWriMo bloß darum geht, 50.000 Wörter zu schreiben, unabhängig davon, wie gut der Inhalt dieser Texte ist, könne nur ein Haufen „crap“ entstehen. Und das ist ihrer Meinung nach Zeitverschwendung:

I am not the first person to point out that “writing a lot of crap” doesn’t sound like a particularly fruitful way to spend an entire month, even if it is November. (Laura Miller)

Das sind harte Worte, die aber, aus der Perspektive einer Leserin betrachtet, durchaus Sinn machen. Natürlich möchte niemand einen unfertigen, auf die Schnelle verfassten Roman lesen, der im schlimmsten Fall mit Rechtschreibfehlern gespickt ist.

Sehen wir es mal realistisch: Für einen druckreifen Roman braucht ein Verlagsautor /in zwischen einem oder zwei Jahren. Das liegt nicht etwa daran, dass der/die Autor /in faul ist, sondern dass die eigentliche Arbeit erst nach dem Schreibprozess beginnt. Überarbeiten ist das Stichwort. Ein Roman, der in einem Monat geschrieben wird, kann nicht perfekt sein und will auch nicht perfekt sein. Er ist roh und muss in feiner Kleinstarbeit geschliffen werden. Ganz davon abgesehen, dass ein Standardwerk nicht etwa 50.000 Wörter kurz ist, sondern sich im Rahmen von 60.000 bis 80.000 Wörtern bewegt.  Aber noch einmal, darum geht es beim NaNoWriMo nicht.


Was der NaNoWriMo Autoren bietet

NaNoWriMo
Ich bin schon angemeldet. Der vorläufige Titel meines Romans heißt Hurt No One. Dieses Mal habe ich mich im Genre verirrt und schreibe Science-Fiction.

Man liest es immer wieder, allein wer viel schreibt und viel liest kann sich als Autor wirklich verbessern. Der NaNoWriMo ist eine Möglichkeit, Schreibanlässe zu schaffen. Einen Monat lang muss man regelmäßig etwas zu Papier bringen. Das kann helfen, den eigenen Stil zu finden, sich mit Schreibblockaden konstruktiv auseinanderzusetzen oder ist eben einfach eine Erfahrung.

Zudem bietet die Gemeinschaft des NaNoWriMo die Möglichkeit, dem einsamen Schreiberklischee ein wenig entgegen zu wirken. In etlichen Foren kann man sich mit Gleichgesinnten über den eigenen Fortschritt sowie positive oder negative Erfahrungen austauschen. Oder aber man geht zu einem NaNoWriMo Treffen und begegnet den Teilnehmer persönlich. In echt und Farbe. Das mache ich in diesem Jahr und fahre zu diesem Zweck im November nach Hamburg.

Der NaNoWriMo ist die Gelegenheit, einfach etwas zu schreiben, was einem Spaß macht und genau deshalb bin ich dabei. Natürlich wird mein Projekt einigen Lesern nicht gefallen und natürlich muss es überarbeitet werden. Aber ich werde nicht mit dem Wunsch schreiben, DEN BESTSELLER zu verfassen. Es geht einfach los, so wie bei meinem allerersten Roman vor zehn Jahren, als ich nur Stift, Papier und meine Fantasie hatte und dachte, dass das ausreicht, um ein gutes Buch zu schreiben.

In dem Sinne wünsche ich euch einen angenehmen Freitag. Kommt gut ins Wochenende.

Und immer fleißig die Tasten klimpern lassen. 🙂

+ Mika +