2: Gedanken-Mix, 3: Schreibarbeit

Einen Redaktionsplan? Den brauche ich nicht, oder doch?

Viele von uns betreiben Blogs aus Spaß. Sie möchten ihre Gedanken zu bestimmten Themen mit anderen teilen, wollen diskutieren, sich austauschen. Es ist kein harter Job und es gibt keine Deadlines. Aber es ist unsere Leidenschaft und die wollen wir natürlich so gut wie möglich an die Frau oder den Mann bringen. Ein bisschen Struktur kann da nicht schaden. Warum also nicht einfach einen Redaktionsplan entwerfen?


Wozu ein Redaktionsplan?

Im letzten Monat habe ich an einem Gründerseminar teilgenommen und konnte dort mit einem Blogger ins Gespräch kommen. Er erwähnte mehrfach, dass es ihm geholfen habe, einen „Redaktionsplan“ zu entwerfen und ich dachte bei mir: „Na, was bei ihm klappt, das könnte ja auch bei mir fruchten“. Aus dem Grund habe ich mich hingesetzt und mir darüber mal Gedanken gemacht. Wie jeder, der klein anfängt, startete ich mit der simplen Frage: „Was ist ein Redaktionsplan?“ und kam nach der Lektüre einiger Artikel zu folgendem Schluss: Es ist nicht mehr als ein Terminplan zur Veröffentlichung von Beiträgen.* Logisch, oder? Ist für euch mit Sicherheit keine Überraschung. Natürlich ist damit noch nicht geklärt, was so einen Plan ausmacht und wie man ihn denn nun eigentlich erstellt. Dazu später gleich mehr. Bleiben wir erstmal bei einem Fakt: Es macht Arbeit, so einen Plan zu erstellen. Wieso sollten wir die Zeit investieren, die wir genauso gut in den nächsten Beitrag stecken könnten oder in Recherche oder Themenfindung oder … Es gibt so endlos viele „oder“.

Der Grund ist tatsächlich das Leseerlebnis, und damit meine ich nicht das Gefühl beim Lesen, sondern das Drumherum. Für Leser ist es schwierig, wenn die Themen eines Blogs ständig wechseln. Frei nach dem Motto: Heute ein Beitrag über Pflanzen, morgen einer über Autos und übermorgen einer über Filme. Und das alles am besten noch unregelmäßig, dann, wann es gerade passt. Das macht niemand lange mit, denn Zeit ist kostbar und wir möchten lesen, was uns interessiert, genau dann, wann wir es erwarten und mit hoher Qualität. Oder täusche ich mich da? Da ein guter Redaktionsplan neben einem Datum auch die zu veröffentlichenden Themen enthält, vermeidet man ein sprunghaftes Verhalten beim Veröffentlichen und konzentriert sich auf das Wesentliche. Außerdem wird eine gewisse Regelmäßigkeit gewährleistet. Unser Blog bekommt also Struktur und ist nicht nur eine wackeliges Gerüst auf dem keiner gerne steht.


Bevor wir loslegen …

… gibt es einige Dinge, die wir klären sollten. Punkt 1) Realistisch einschätzen, wie viele Beiträge pro Woche oder Monat wir überhaupt schreiben können. Meist starten wir ja alle enthusiastisch und hochmotiviert mit unserem Projekt. Ich dachte mir beispielsweise im August des letzten Jahres, dass ich locker zwei Blogbeiträge pro Woche verfassen kann. Alles kein Problem! Nur um dann nach kurzer Zeit feststellen zu müssen, dass das zu viel ist. Ich wurde demotiviert und wollte sogar kurzzeitig aufgeben, bis ich mich besonnen habe und einfach ein realistisch Ziel anstrebte. Inzwischen veröffentliche ich etwa einen Beitrag pro Woche und fühle mich damit ganz wohl. Ganz persönlich halte ich nichts davon, das Blog täglich mit Beiträgen zu füllen, nur um „Content“ zu haben und mehr „Traffic“ zu generieren. Lieber durchdacht einen Beitrag im Monat veröffentlichen als viele eher belanglose Texte. (Klingt hart, ich weiß)

Punkt 2) Wer von euch neu mit einem Blog beginnt, sollte sich vor dem Erstellen eines Redaktionsplans fragen, welche Themen er gern ansprechen möchte. Wird es ein Buchblog mit Rezensionen, eines über Essen, Kosmetik, Technik oder doch, wie meins, ein Autorenblog mit Infos zum Schreiben und Veröffentlichen. Am besten ist es, wenn man zu Beginn ein nicht allzu breit gefächertes Themenfeld wählt. Ich sehe euch schon auf meine Kategorien schielen … ja, das ist etwas, was ich versuche umzusetzen, aber … nicht ganz so gut klappt … Ähem.


Und was muss da nun rein?

Ich dachte ja, so ein Redaktionsplan, da braucht man eine spezielle Software , in die man sich lange einarbeiten muss. In Gedanken hieß diese Software bei mir: RedactionType. Tatsache ist jedoch, dass eine einfache Exceltabelle dafür völlig ausreicht. Hier nun die Dinge, die in der Tabelle enthalten sein sollten.

  1. Termine zur Veröffentlichung: Je nachdem wie viele Beiträge ihr pro Woche veröffentlichen wollt, schreibt ihr das entsprechende Datum in die erste Spalte. Das ist eure Deadline, dann erscheint der Beitrag bei euch auf dem Blog.
  2. Termin zur Fertigstellung: Ihr fahrt sicher mal in den Urlaub und müsst den Beitrag daher vor Veröffentlichung fertig haben. Damit ihr nicht in Verzug geratet, könnt ihr dafür eine eigene Spalte anlegen. Ich habe da bereits eine Routine entwickelt und starte meist drei Tage vor dem Sonntag mit dem Schreiben. Das klappt ganz gut. Und im Urlaub mache ich einfach Pause. Sollte ja auch drin sein.
  3. Thema des Beitrags: Hier gehört dann euer Thema hin. Gut ist es, wenn ihr euch eine zweite Mappe erstellt und dort eine Themensammlung macht, damit ihr Lücken füllen könnt, die jetzt noch bestehen. Wenn ihr außerdem saisonale Events plant, könnt ihr die bei der Themenwahl mit berücksichtigen. Der Dezember wird ja gern für alles mögliche benutzt.
  4. Arbeitstitel: Ist der vorläufige Titel des Beitrags.
  5. Länge: In den Artikeln zum Thema Redaktionsplan wird dieser Punkt nie erwähnt. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass es ein ungeschriebenes Gesetz bei Beiträgen gibt (700 bis 1200 Wörter pro Beitrag), aber für mich ist das nicht unerheblich. Ein gut recherchierter Beitrag mit vielen Wörtern braucht einfach sehr viel Zeit. Ich mache daher ab jetzt einen Wechsel zwischen langen und kürzen Beiträgen. Ab und an gibt es dann noch Neuigkeiten, die in Zukunft am Donnerstag erscheinen.
  6. Keywords: Über welche Schlüsselwörter soll euer Beitrag im World Wide Web gefunden werden? Das gehört hier rein. Ein Thema, das sehr vielfältig ist und das ich hier nur kurz am Rand anschneiden kann.
  7. Plattformen: Wenn ihr plant euren Beitrag nicht nur auf WordPress zu teilen, sondern ihn auch in Foren, Facebook, Google+ oder anderweitig der Welt zu zeigen, habt ihr hier die Stelle, wo ihr das festhalten könnt.
BeitragRedaktionsplan2
Ihr seht bei mir gibt es noch den Punkt Länge und Zeitaufwand. Dadurch kann ich besser planen, wann ich mit dem Schreiben starten muss.

 


Ein paar Gedanken zum Schluss

Ich habe für die Erstellung meines Redaktionsplans etwa zwei Stunden gebraucht. Das war weniger als erwartet. Inbegriffen ist die Einrichtung einer Erinnerungsfunktion auf meinem Smartphone, die mich nun sanft jeden Sonntag weckt, um mir zu sagen: Du hast da ja noch …  Die Planung reicht bist August 2017. Ich habe natürlich noch nicht jeden Tag mit einem Thema besetzt, aber ich weiß, was in den nächsten Wochen passiert und ich freue mich, die geplanten Beiträge umzusetzen. Mal sehen, ob ich ab jetzt nicht mehr einen Tag vor Knack in Panik verfalle, weil ich noch immer kein Thema gefunden habe. Es bleibt also spannend.

Bei der ganzen Planerei sollten wir aber eins nicht vergessen: wir sollten flexibel bleiben. Blogs sind ja gerade deshalb interessant, weil sie sehr aktuell sind und sich immer mit dem beschäftigen, was gerade so im eigenen Themenfeld passiert. Wer also zu fest auf seinem Gerüst steht, wird vielleicht langweilig?

Ich wünsche euch was und vielen Dank, dass ihr bis hierher gelesen habt.

+Mika+


Beitragsbild:

Izabela Wasilewska bei flickr.com.

*Es gibt tatsächlich keinen deutschen Wikipediaeintrag zu dem Wort: Redaktionsplan. Wieso?

Quellen:

Iamdigital

blog.hubspot

affenblog

onlinemarketing-praxis.de