3: Schreibarbeit

Ein Cover entwickeln

… Vorüberlegung und Material …

Wer Kurzgeschichten, Romane, Kurzromane oder andere literarische Werke online veröffentlicht, steht meist vor dem unlösbaren Problem, dass er auch für die kürzeste Kurzgeschichte ein Cover braucht. Dieses sollte interessant sein, die Leser faszinieren und den Inhalt der Geschichte wiederspiegeln. Problematisch ist das Ganze, weil man als Tastaturheld nicht unbedingt auch Grafiker ist. Mir geht es da nicht viel anders. Einziger Unterschied: Ich habe als Teenager tagelang nichts anderes getan als zu zeichnen. Allerdings entstanden damals meistens Mangabilder. Auch mir stellt sich also die Frage, ob ich einen teuren Grafiker engagiere oder mich aber selbst an der Gestaltung versuche. Bisher habe ich mich stets für Letzteres entschieden und möchte euch in diesem Post vorstellen, wie ich das Cover für meine Kurzgeschichte „2013“ entwickelt habe.


… grundlegende Fragen und Skizze …

Ehe ich anfange, ein Cover zu erstellen, muss ich mir Gedanken zur Geschichte machen. Welches Genre bedient die Geschichte? Was ist der zentrale Konflikt? Gibt es eine Symbolik, die sich anbietet, um sie grafisch auf dem Cover darzustellen? Welche Stimmung sollte das Cover vermitteln? Diese Informationen sind notwendig, damit ich daraus eine vorläufige Skizze entwickeln kann. Um die Fragen mal für die Kurzgeschichte „2013“ zu beantworten:

Genre: Psychothriller

Konflikt: Die Protagonistin hat paranoide Angst vor der Zahl 13.

Symbolik: Ein Pierrot, der auf der Stirn die Zahl 13 trägt.

Stimmung: düster, beklemmend, gruselig

Sind diese Überlegungen abgeschlossen, fertige ich mit Bleistift und Farbe eine Skizze an, die mir zeigen soll, was auf dem Cover zu finden ist. Ich mache meistens ein oder zwei verschiedene Skizzen und stelle mir vor, ob ich das Cover als Leser interessant finden würde. Im Fall von 2013 habe ich mich entschieden, den Pierrot aus der Kurzgeschichte als Aufhänger zu nehmen. Ich habe aher nicht nur aufgezeichnet, welche Elemente auf dem Cover zu finden sein sollen und wie sie angeordnet sein sollen, sondern auch, wie das Gesicht des Pierrot aussehen könnte. Im Endeffekt habe ich mich für ein Halbprofil des Pierrot entschieden, das aus der Finsternis auftaucht.

Skizze_2013


… Gipsmaske …

Um diese Idee umsetzen zu können, hatte ich mehrere Möglichkeiten. Ich hätte mir das Foto eines Pierrot bei flickr.com suchen oder aber ein eigenes Foto schießen können. Da ich eine ziemlich genaue Vorstellung vom Aussehen der Bemalung des Gesichtes hatte, wollte ich mein eigenes Foto machen. Ich entschied mich dafür, eine Gipsmaske anzufertigen, die ich genau so bemalen konnte wie ich es wollte. Ich ging also los, kaufte Gipsbinden und fand mich wenig später wieder, wie ich einer Freundin die angefeuchteten Gipsbinden auf das Gesicht legte. Nach und nach entstand so eine Maske.

Diese habe ich dann, nachdem sie über Nacht getrocknet war, mit Schmirgelpapier ebener gemacht und mit weißer Farbe (Aquarellfarbe und Deckweiß) bemalt. Das war notwendig, da mein Pierrot ein schneeweißes Gesicht haben sollte. Das Ergebnis war zwar nicht ganz so ebenmäßig und glatt wie ich es mir gewünscht hatte, aber es ließ sich damit arbeiten.


Danach folgte das Bemalen der Maske. Ich habe mit Bleistift die Konturen vorgezogen und dann angefangen, die wichtigsten Linien mit schwarzer Temperafarbe nachzuziehen.

Erst dann habe ich die rote Farbe aufgetragen und alle schwarzen Flächen vollständig ausgefüllt. Die weiße Aquarellfarbe auf dem Gesicht stellte sich als Problem heraus, da ich sie sehr dick aufgetragen hatte und sie an einigen Stellen nicht trocknete, sondern klebte. Auf dem Foto sieht man es nicht, aber es gab ein paar unschöne schwarze Abdrücke von meinem Handballen, die ich mehrfach übermalen musste.

Als nächstes folgte der Fotoshoot und die Bearbeitung mit Photoshop. Das lest ihr im nächsten Blogeintrag. Ich wünsche euch einen angenehmen Donnerstag. Bis bald.

+Mika+