Auf zu neuen Büchern

Zwei Wochen ist sie her: die Leipziger Buchmesse. Wer schon mal dort war, weiß, so ein Messetag ist anstrengend, aber seine Zeit wert. Leser wollen Autogramme, Autoren Kontakte knüpfen und Verlage ihr Programm präsentieren. Ich war in diesem Jahr am Freitag und Sonntag zugegen und habe alles mitgenommen. Von Vorträgen zum Self-Publishing über Lesungen mir bekannter Autoren oder Gesprächen mit Illustratoren war alles dabei. Einige meiner Erfahrungen möchte ich mit euch teilen.


Die Buchmesse löst in mir stets ein Gefühl von Euphorie aus. Es ist der kurze Blick in die erfolgreiche Buchwelt. Vor zehn Jahren berührten meine Füße zum ersten Mal die Hallen des Messegeländes. Damals kam ich als Mangafan, habe mich vom Japanhype mitreißen lassen und all die Zeichner bewundert, die dort ihre Sachen ausstellten. Dieses Jahr kam ich als Autorin und mischte mich unter das Volk der Verleger. Ich muss gestehen, das war eine ganz schöne Umstellung, denn die lockere Atmosphäre der Mangafans ist nicht überall zu spüren. Doch genau das macht die Leipziger Messe aus. Bunt mischt sich mit akkurat, chaotisch mit sortiert. Welten prallen aufeinander, begegnen sich, erfüllen einander und ich war mittendrin.


Self-Publishing: Marketing oder wie verkaufe ich meine Seele?

Meine erste Anlaufstelle war Halle fünf mit dem Bereich für Self-Publisher. Als ich am Freitagmorgen dort ankam, war die Halle gut besucht. Beinahe etwas zu gut. Die Anziehungskraft, die dieser Teil der Buchbranche innehat, war deutlich zu spüren. Ich startete mit Standbesuchen und einem Vortrag über Selbstvermarktung. Leser, so das Fazit, kaufen Bücher vor allem wegen des Inhalts, des Covers oder des Klappentexts. Die Wahl aufgrund eines Verlags ist eher selten. Eine Tatsache, die ich gut nachvollziehen kann. Bevor ich in die Buchwelt eintauchte, kannte ich höchstens Heyne oder Bastei Lübbe. Autorennamen oder Buchtitel sind für mich bis heute aussagekräftiger als ein Verlagsname. Euch geht es vielleicht ähnlich.

Der Grundtenor in Halle fünf war leicht zu erkennen: Self-Publishing ist Marketing und wer sich mit seinem Buch als Eigenverleger durchsetzen will, muss auch auf Qualität achten und mit Profis zusammenarbeiten. Ob Lektor, Grafiker oder Korrektor, ganz allein wird es schwer. Was auf den ersten Blick demotivierend klingt, hat mich angespornt und tausend Ideen in mir geweckt. Ich dachte, ich kann alles schaffen. Jetzt wo ich diesen Beitrag schreibe, sehe ich das etwas anders. Die von den Veranstaltern geführten Vorträge waren darauf aus, Autoren zu motivieren. Logisch, BoD, epubli und weitere leben von Self-Publishern und verdienen gut an ihnen. Es ist also nicht verwunderlich, dass es heißt, man braucht als Autor keinen Verlag. Ob das wirklich so einfach ist, wie es auf den ersten Blick aussieht, darüber lässt sich streiten.

Tatsache ist, der Autor soll eine „Marke“ werden, unter der ihr Leser euch etwas vorstellen könnt. So wie ihr genau wisst, ob euch eher Bücher von J.K. Rowling interessieren oder von Stephen King. Ich gebe zu, damit habe ich ein Problem. Ein Buch im Eigenverlag zu veröffentlichen bedeutet für mich Freiheit. Ich treffe eigene Entscheidungen und tue das, was ich für richtig halte. Marketing heißt jedoch, sich selbst verkaufen zu müssen und sich auch dem Mainstream anzupassen, um die Verkaufszahlen zu erhöhen. Nur verkaufe ich damit nicht auch meine Seele?


Verlagsspionage

Neben Vorträgen wollte ich in diesem Jahr gezielt Verlagsständen aufsuchen. Es heißt ja immer, man solle das Verlagsprogramm kennenlernen, schauen, ob es zu einem passt, eine Nische finden und sich dort einsortieren. Ich bin deshalb nicht zu den großen Publikumsverlagen gegangen. Das Spektrum dieser ist so groß, dass ich nie weiß, woran ich wirklich bin. Ich habe mich bewusst dazu entschieden, Kleinverlage aufzusuchen und bin dort als Leser aufgetreten. Meine Fragen waren breit gefächert, je nachdem, ob die Mitarbeiter am Stand Zeit hatten oder nicht.

Auf meiner Liste standen zehn Verlage. Bei einigen konnte ich schon beim ersten Blick auf den Stand feststellen, dass meine Werke nicht für sie in Frage kommen. Zu viel Fantasy, zu viel Romantik. In meine engere Wahl gefallen sind der El Gato Verlag, der Luzifer Verlag, der Amrûn Verlag und der Papierverzierer Verlag. Alle vier haben düstere Science-Fiction Werke im Programm und machen einen professionellen Eindruck. Ganz besonders der Stand von El Gato war sehr familiär. Ich saß etwa zehn Minuten gemütlich mit dem Verlagsinhaber auf einem Kissen und habe mich über die Bücher unterhalten, die dort produziert werden. Man sagte mir, es geht nicht um Massentauglichkeit, sondern um etwas Besonderes. Damit haben sie meinen Geist punktgenau getroffen. Ob ich mich nun doch bei Verlagen bewerbe, das entscheide ich demnächst.

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Der inzwischen sehr beliebte Drachenmondverlag auf der Messe. Mir gefallen die Cover sehr gut.


Auf der Suche nach Illustratoren

Wie einige von euch wissen, bin ich ein visueller Mensch. Ich zeichne selbst, fotografiere gern und bastele mit Photoshop Bilder zusammen, die ich für meine Geschichten verwenden kann. Kunst ist ein Teil meiner ganz persönlichen Leidenschaft und ich konsumiere sie in so gut wie allen Formen und Farben. Modern, historisch, abstrakt, detailliert. Warum also nicht auf der Buchmesse nach Inspiration suchen? Warum nicht Illustratoren ansprechen, mit denen ich mir eine Zusammenarbeit vorstellen kann? Mit zwei Künstlerinnen konnte ich ins Gespräch kommen und vielleicht entwickelt sich ja in Zukunft etwas. Zum einen ist dies Synticfaye und zum anderen Miss Geisterhausen, deren Name mich einfach sofort begeistert hat. Synticfaye macht digitale Zeichnungen im Fantasybereiche, aber auch für Science-Fiction. Eines ihrer Bilder hat mich an mein Projekt Hurt No One erinnert, weshalb es in meiner Postkartensammlung landete. Miss Geisterhausen hat genau den düsteren und verruchten Stil, den ich liebe. Ihre Zeichnungen sind grob, aber doch wundervoll ausdrucksstark. Beim Betrachten ihrer Bilder kommen mir gleich unzählige Ideen für neue Geschichten.

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Links das Bild von Miss Geisterhausen, rechts das von Synticfaye. Seid so lieb und kopiert das Foto nicht. Alle Rechte liegen natürlich bei den Künstlern!


Lesungen auf der Messe

Ein weiteres Ziel für die Messe waren Lesungen. Ich wollte von den bekannten und unbekannten Autoren lernen, denn irgendwann will ich für euch auch eine Lesung ausrichten. Aus diesem Grund war aufmerksames Zuhören angesagt. Überall dort, wo gelesen wurde, blieb ich kurz stehen und ließ die Geschichte auf mich wirken. Bemerkt habe ich, dass viele Autoren sehr leise vorlasen und den Blickkontakt mit dem Publikum scheuten. Natürlich, das eigene Buch gibt Sicherheit, aber gut ist es nicht.

Mein persönliches Highlight war die Lesung von Matí, der aus seiner Kurzgeschichtensammlung „Des Monsters Makel“ vorlas. Auch wenn er mir später im Vieraugengespräch sagte, er habe einige Fehler gemacht (ich habe nichts bemerkt), fand ich seine Art vorzulesen einfach grandios. Mit einer lauten Stimme und starker Betonung weckte er sofort das Interesse seiner Zuhörer. Und dann hat er noch diese kratzig düstere Stimme, die perfekt zu seinen Geschichten passt. Einfach wundervoll.


 

Qindie auf der Buchmesse 2016

Und neben all den Dingen, die ich so schon vorhatte, gab es auch noch den Qindiestand. Die Autorengruppe, in der ich mich engagiere, hat es zum zweiten Mal möglich gemacht und einen Stand auf der Buchmesse organisiert. Mein Buch Sieben Raben war mit dabei. Ja wirklich. Es stand zwischen den anderen Büchern im Regal und glänzte in düsterem Blau. Wie stolz ich war und was das für mich bedeutet hat, kann ich gar nicht beschreiben.

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Ich vor dem Qindiestand. Das Bild wurde von Divina Michaelis geschossen.

Mir bleibt nur noch eins zu sagen: Wir sehen uns im nächsten Jahr zur Buchmesse!

+Mika+


Das Beitragsbild und das letzte Foto sind von Divina Michaelis

Überblick über meine Werke – chronologisch

Was genau eine Veröffentlichung ausmacht, ist im Zeitalter des Online-Publishing nur noch schwer nachvollziehbar. Bedeutet es noch immer das herkömmliche Veröffentlichen bei einem Verlag oder meint es nicht eher, dass man seine Werke der Öffentlichkeit zugänglich macht und der kritischen Meinung Anderer aussetzt? Wenn ja, dann veröffentliche ich schon seit etwa zehn Jahren.

Manchmal fühlt sich Schreiben an, als wäre da nur Chaos im Kopf!

Manchmal fühlt es sich beim Schreiben so an als sei da nur Chaos im Kopf!

Zu Beginn habe ich dafür die Plattform keinverlag.de genutzt und lud dort stilistisch eher schwache Kurzgeschichten hoch, die ich in einem Moment geistiger Klarheit nach kurzer Zeit wieder löschte. Ich kann sie wirklich niemandem empfehlen, aber es waren meine Anfänge. Trotz dieser eher durchschnittlichen Erfahrung fasste ich den Mut, meinen ersten Roman zu schreiben. Diesen veröffentlichte ich in ganz geringer Auflage als Print und verkaufte ihn. Leider musste ich auch nach erneuter kritischer Betrachtung feststellen, dass mein Werk nur halb so gelungen war, wie ich es erhofft hatte. Ich verzichtete daher darauf, das Werk online anzubieten. Es folgten zwei Jahre, in denen ich mich darauf konzentrierte, meinen Stil zu verbessern und einen Schritt nach vorn zu gehen, was die Qualität meiner Geschichten anging. In dieser Zeit veröffentlichte ich vorrangig Kurzgeschichten und bereitete meinen zweiten Roman vor. Meine ersten unsicheren Schritte in der ebook-Welt unternahm ich dann auf neobooks und konnte dort erneut wertvolle Erfahrung sammeln, denn schon ein Jahr später erschien mein Debütroman „Sieben Raben“. Mit diesem Werk fand ich dann auch endlich meinen Stil und mein Genre.

Damit ihr einen Überblick über die Irrungen und Wirrungen meines Schreibens bekommt, findet ihr hier eine chronologische Liste, die mit dem ältesten Werk startet. Ich arbeite daran, dass ihr zumindest die Kurzgeschichten in einer neuen Fassung auf der Homepage lesen könnt.


2015: Veröffentlichung von Kurzgeschichten in ebooks

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  • Zähl bis zum Tod: Eine Horrorkurzgeschichte über einen Pachinkosüchtigen Mann, der dem Tod ins Gesicht sieht. Erschienen in der Anthologie „Dunkle Seelen“ der Autorengruppe Qindie. Ab 10. Oktober als ebook erhältlich. Die Einnahmen kommen der Autorengruppe zu Gute und werden bspw. für den Stand der Buchmesse 2016 verwendet.
  • Herzlos: Wer sein Herz verliert, kann nicht leben, außer …? Eine Horrorkurzgeschichte mit einem ängstlichen Einsiedler, der seinen Nachbarn ungewollt zu nahe kommt. Erschienen in der Anthologie „13 gegen den Herbststurm“.
  • Kristallene Realität: In 1.000 Worten eine Geschichte zu erzählen kann schwer sein. Ich habe mit 84 Autoren den Versuch gewagt und daraus entstanden ist eine Mystery-Geschichte über einen Zeichner und seine etwas andere Muse. Zu lesen ist die Geschichte in der Anthologie „Kurze Geschichten für Zwischendurch“.

2014: Erste ebook Veröffentlichung im Verkauf

Sieben Raben Cover Mond_blogSieben Raben: Ein Mystery-Krimi mit melancholischer Stimmung. Das Werk ist als ebook erhältlich und wurde mit dem Qindie Siegel für gute Qualität ausgezeichnet.

Todschwarzes Meer: Horror-Kurzgeschichte, die im Rahmen des neobooks Wettbewerbs eingereicht worden ist und auf wattpad gelesen werden kann.


2013: Ebook Veröffentlichung bei neobooks

GeschickFeind_CoverDas Geschick meines Feindes: Psychologischer Gegenwartsroman. Die Veröffentlichung erfolgte auf neobooks.de. Der Roman nahm am Neobooks Wettbewerb teil und wurde von den Lesern unter die besten zehn Bücher gewählt.

-derzeit nicht käuflich zu erwerben, da das Werk erneut korrigiert werden muss –


2012: Kurzgeschichten auf der Homepage und auf neobooks.de

Flammenjagd_CoverEiner von Fünf: Fantasy, um einen Krieger, der es mit todbringenden Nixen aufnimmt.

Flammenjagd: Fantasy, um einen Jungen, der die Lichter der Welt retten will und auf ein Geheimnis stößt.

Janus der Torhüter: historische Fantasy, um den Gott Janus aus der Antike.


2011: Kurzgeschichten auf der Homepage und auf neobooks.de


Cover_Weihnachtsstern3Online:
Lokaler Krimi, um einen Mord in Halle an der Saale.

Weihnachtsstern: Weihnachtskrimi, indem ein Mann sich seiner Stalkerin stellen muss.

Zwei Königskinder: Märchen, welches sich mit dem gleichnamigen Kinderlied befasst.


2010: Roman in kleiner Auflage als Print


Chedul_CoverChedul – Unter Feinden:
 Sci-Fi-Thriller, um einen Jungen, der für seine Freiheit kämpft.

Der Roman war in kleiner Auflage als Printexemplar erhältlich.